Der Turm

Ich steh auf dem Balkon, ein Sturm weht über das Land. Die Bäume, sehr hohe Buchen, noch ohne Blätter, werden hin und her geschaukelt. An ihren Kronen bis zu 5 m weggedrückt. So lang, wie diese Bäume sind, so ist es faszinierend, wie ihr Aufbau solchen Schwankungen standhält.  Rechnet man diese Verhältnisse von Höhe, Stammdicke und Schwankungsmöglichkeit um, in ein von Menschen gefertigtes Bauwerk, wie hoch könnte dann dieser Turm sein?
Sagen wir mal grob von ca. 80 cm Durchmesser am Fuß des Baumes bis zu einem Durchmesser von 15 cm in der Höhe von ungefähr 25 m, dann könnte doch bei einem Durchmesser von 20 m eine Höhe von ungefähr 625 Metern erreichbar sein. Gehen wir diese Rechnung noch weiter, und versuchen den umgekehrten Weg zu gehen. Bei einer Höhe von 1000 m wäre dann eine Dicke von 32 m nötig, auch noch nicht so viel. 2000m wären dann 64 m Durchmesser, 3000 m entsprechen 96 m Durchmesser, 4000 m - 128 m und 5000 m entsprächen 160 m Durchmesser.  Rein theoretisch!
Ich denke mir, viele Turmbauer haben schon ähnliche Rechnungen betrieben, dabei allerdings die Statik, und vor allem das Eigengewicht mit einberechnet.
Also theoretisch, und sagen wir mal wir setzen das Verhältnis anders ein, so dass eine enorme Sicherheit gewährleistet ist, und verdoppeln, oder verdreifachen den Durchmesser, dann wären es also bei 5 km Höhe ein Durchmesser von 480 m, am Fuß, an der Spitze dann noch 30 m.

Um nun aus unsere Atmosphäre zu gelangen müsste der Turm einen Bodendurchmesser von 21 Km haben. Also bei einer Höhe von 650 km würde es dort oben noch fast 4 km dick sein.

Alles noch  sehr vorstellbare Zahlen. Jetzt wird es aber verzwickt, um bis zum Mond zu bauen, müsste auf der Erde mit einem Durchmesser von 11600 km bauen, um dort oben auf dem Mond dann einen Durchmesser von immer noch 4000 km zu haben.  Bei einer Geschwindigkeit von 7 m/s eines Aufzuges würden dann theoretisch für diese Strecke noch 1,6 Jahre benötigt werden. Jetzt mal ohne das ständige Umsteigen in den nächsten Aufzug. Mit dem Auto, oder einem Fahrzeug  dass die Kraft hat die Erdanziehung zu überwinden, sagen wir mal eine Geschwindigkeit von 500 Km/h schaffen würde wären noch fast 56 Tage für die Reise zum Mond nötig. Immer noch ganz vernünftige Zahlen.

Dann könnte man eine neue Welt an diesem Turm bauen,  mit Geschäfts- und Büroräumen, mit Urlaubsorten, zum Besuch des Weltalls,  mit wissenschaftlichen Laboren und Instituten, die ständig das Leben im All untersuchen.

Entweder müsste man den Mond am Ende verankern, so dass er nur noch von einer Seite der Erde zu sehen wäre, oder man muss immer abwarten, bis der Mond wieder an der Stelle auftaucht, also ein Jahr ungefähr. Er wäre dann rund 20 Trilliarden Megatonnen schwer, wenn man ihn aus vollen Titanmaterial herstellen könnte.  Der geringste Teil würde dann den Erdanziehungskräften ausgeliefert sein, alles andere schwebt mehr oder weniger im All. Einige Kupplungspunkte eingebaut könnten dann das Schwanken und Wackeln auffangen.  Und bei dieser Höhe könnte dann der Turm an seiner Spitze bis zu 14500 Km schwanken.  Hhhmmm…, ich glaube das geht so nicht. Wir haben nicht annähernd einen Bruchteil des Materials auf der Erde, auch wenn wir alle Baumaterialien zusammen nehmen würden, ob nun Stahl, Aluminium, Kupfer, Gold, Titan, Silber, Beton und Holz, das würde vielleicht gerade für den Austritt aus der Atmosphäre reichen. Gerade mal 650 km von 360000 km. Schade… wäre schön gewesen, wenn es theoretisch gegangen wäre.
Also bleiben wir doch auf der Erde, vielleicht ins Meer?

Ich hatte mal die Idee für ein Reiseunternehmen, dass, zumindest Anfangs, ein U-Boot besitzt, mit dem man Weltreisen unternehmen kann. Ich habe dazu das beste U-Boot der Welt ausgesucht, das nicht Atomgetrieben ist, und doch bis zu 14 Tage unter Wasser verbringen kann. Eine Anfrage bei der Werft in Deutschland kam aber nie eine Antwort. Ich wollte ja kein militärisches, bewaffnetes U-Boot, sondern ein Boot, das bis zu 20 Personen befördern kann, natürlich zusätzlich die Besatzung. Eine Weltreise würde dann 15 – 20000 Euro kosten, also noch erträgliche Preise. Nach etwa 2 Jahren wäre das Boot dann abbezahlt.

Nehmen wir mal an, dies würde irgendwann möglich sein, und nach und nach wäre eine Flotte von, sagen wir mal 20 Schiffen da, dann würden pro Jahr rund 400 Menschen diese Weltreise machen können, unter Wasser.
Mit Badeurlaub, mit Erkundung der Meere, mit Musik, mit Landausflügen, alles, was man sich da vorstellen kann. Irgendwann würden vielleicht dann auch Unterwasserstationen und später dann Städte gebaut werden.