Der Rehbock



überquerte die Straße, als ich mit dem Taxi entlang fuhr.
Ich bremste ab, beobachtend, wie er unschlüssig hin und her ging, abwartend, ob er wieder zurück laufen würde.
Als er dann endlich im Dickicht verschwand wurde ich plötzlich von hinten, mit Lichthupe überholt.
Meine Seele schrie ganz laut auf, der Rehbock soll ja nicht wieder zurück laufen, Gefahr!, Gefahr!
Mein momentaner Beruf ist Taxifahren, also viel Autofahren. Aber in solchen Momenten verstehe ich oft nicht, warum die Natur den Menschen so etwas ermöglicht hat, was andere Lebewesen zerstört.
Wenige Kilometer zuvor saß eine Katze am Straßenrand, so als ob sie warnen wollte.
Auf dem Rückweg begegnete ich ihr wieder, sie hatte die Straße überquert, und saß teilnahmslos im hohen Gras.
Vielleicht mag ich zuviel in diese Begegnungen hinein interpretieren, allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass massenweise überfahrene Tiere auf der Straße liegen.
Ich hatte bisher, in meinen 22 Jahren Autofahren, das Glück, noch nie ein Tier überfahren zu haben.