Die Schwalbe

Ungläubig stehe ich da, schaue um mich, versuche herauszufinden,
ob ich träume.
Da schwebt sie vor mir, riesig,
silbrig glänzend,
wie eine echte Rauchschwalbe, nur halt riesig.
Mein Raumschiff.

Eine Treppe ist ausgefahren, ich wage es nicht, sie hinauf zu gehen.

Träume ich, ist es nur eine Halluzination,
wer erlaubt sich da einen Scherz mit mir?

Nein, es kann doch nicht sein, nie habe ich es richtig geglaubt,
dass Träume wahr werden.

Na gut, denke ich mir, ich werde es wagen,
die Treppe hinauf zu steigen.

Schier endlos wirkt sie, als ich die ersten Stufen erklimme.
Keine Regung, kein Ton kommt von der Schwalbe.
Falle ich jetzt gleich ins Leere?
Flop.... und das Luftschloss verpufft?
Nein, ich stehe noch auf der Treppe, gehe weiter hinauf.
Nun stehe ich vorm Eingang, der sich mir dunkel entgegenwirft.

Wie betäubt, immer noch ungläubig erstarre ich;
unmöglich einen Schritt hinein zu machen.
Eine ganz eigenartige Neugierde lässt mich meine Augen langsam öffnen, die Pupillen an die Dunkelheit gewöhnen, um Blicke zu erhaschen, was ich mir erträumt habe.

Sicher doch, ich habe mir nichts Hochtechnisiertes, blankes und kahles erträumt.
fast wie eine normale Wohnung sollte es sein.

Und tatsächlich, ich finde Sofas, ja sogar meine Bilder hängen an den Wänden. Überall hängen schöne Glaskugeln als Lampen, ein Parkettboden aus Stirnholz, glänzend gebohnert, darauf ein blau-bunter Orientteppich.

Oh! Ja.....
ich ziehe mir wohl die Schuhe aus.
Irgendwo muss doch ein Lichtschalter sein. Kein Klick ist zu hören, als das Licht langsam angeht.

Verwundert schaue ich mich um, ohne einen Lichtschalter betätigt zu haben. Es ist auch kein Bewegungsmelder zu sehen. Ich überlege noch, wie das Licht wohl wieder aus gehen kann, wie ich es ausschalten kann, wenn ich es wollte, da geht es schon, gedimmt aus.
Ja, und schon wieder ungläubig, ob Träume wahr werden können, wird mir bewusst, es sind meine Gedanken, die das steuern.

Na gut! Licht wieder an, und erst einmal alles erkunden.
Überall, wo ich hin gehe wird die Beleuchtung heller, folgt meinen Schritten, weist mir den Weg.
Auf die gedankliche Frage, wo denn das Bad sei erhellt sich links an einer gekrümmten Wand der Rahmen einer Tür. Als ich die Tür erreiche schiebt sie sich lautlos zur Seite, und ich erblicke ein großes Bad. Mitten drin eine runde Wanne aus Holz, Mahagoni - Farben leuchtet sie mir entgegen. Der Boden ist eigenartig, er scheint irgendwie durchschimmernd zu sein, aber mit Schlieren, die sich ständig bewegen, Elfenbein-farbig, glänzend, mit Regenbogenfarben durchzogen.
Die Wände sind wie ein 360° Bildschirm und zeigen eine Landschaft, mit Wiesen, Bäumen und am Horizont sind die Berge zu sehen. Ja, sogar Vögel sieht man fliegen, man hört die Grillen zirpen, und spürt einen warmen Frühsommertag.

Was ich mir da wohl alles erträumt habe?

Ich will die Wände berühren und stehe plötzlich auf der Wiese. Gänseblümchen, wunderbar riechender Klee und natürlich überall Löwenzahn. Zurück ins "Bad", wo sich wieder die Tür zum Raumschiff öffnet, stehe ich wieder im "Wohnzimmer" und denke nach. Einen Versuch habe ich noch. Ich rufe "Hallo" und ja, da ist sie, die Stimme des Raumschiffes: "Hallo Dietmar, wie geht es Dir?" Eine angenehme weibliche Stimme, die mich auf meinem Schiff willkommen heißt.
"Träume ich?", frage ich, und die klare Antwort folgt: "Nein, Du träumst nicht, und Du hast Dir etwas wunderbarers erträumt".

Erkunden heißt es jetzt, was ich da wohl alles zusammengeträumt habe.
Eine Küche, mit allem was man braucht, Japanische Messer, einen Konvektomat, einen riesen Kühlschrank, ein angrenzendes Kühlhaus, und Lagerräume. Einen großen Raum, voll von Büchern, einige der schönsten, die ich schon gelesen habe, Carlos Castaneda, Bambaren, Coehlo, Redfield, aber auch die Stadt der Träumenden Bücher, Manfred Küber, Fachliteratur über Pflanzen, Vögel, Schmetterlinge, aber auch Meereslebewesen sah ich, und mir schien, als ob immer die Bücher auftauchten, an die ich im selben Augenblick gedacht hatte.

Ich fragte das Raumschiff, wie es denn mit der Kommunikation stünde, und die angenehme Stimme antwortete, ich könne mit jedem sprechen, mich unterhalten und schreiben.

Beim Erkunden des Raumschiffes fand ich noch die Kinderzimmer für meine Kinder, völlig leer, wartend auf die Phantasie der Kinder, um sie so einzurichten, auszustatten, wie sie es sich vorstellen würden. Auch eine Werkstatt war da, in der ich Holzarbeiten machen konnte, darin eine Drechselbank, Werkbänke, eine Abrichte, eine Fräse. Daneben war ein Atelier, ein Photostudio mit Photolabor. In einem weiteren Raum das wissenschaftliche Labor mit Mikroskopen, Messgeräten, sogar ein Rasterelektronenmikroskop war da. Zentrifugen, Destillierapparate, Waagen, Chemikalien zum Trennen von Gebinden, und überall die Möglichkeit aufs Genaueste zu protokollieren, mit Photographie, und Filmaufnahmen.
Noch war ich Laie in der Handhabung all dieser Geräte.

Als ich so in den Gängen umher streifte, bewundernd und sprachlos immer wieder neues entdeckte, erschien plötzlich eine Tür in der Wand, wo ich nun gar nichts vermutete.

Ein riesengroßer Saal empfing mich, die Wände noch leer, irgendwie mit Stoff bezogen. Der Saal schien leer, so groß war er, dass es erst im näher Hinsehen zu erkennen war. In der Mitte waren vier Flügel, sich kreuzweise gegenüber stehend.
Ja, was Träumen alles bewirken kann.

Ich unterbrach das weitere Erkunden, nichts konnte mich mehr halten.

Ich musst all das loswerden, was sich da in den letzten Minuten angesammelt hatte.

Ich setzte mich auf den fahrbaren Stuhl, er hatte keine Rollen, sondern schwebte, und bewegte sich immer dort hin, wo ich hinwollte. Schnell, so als ob er voraussehen konnte, wann ich zu einem anderen Flügel wechseln wollte.
Es waren natürlich vier große Konzertflügel von Steinway, und darauf zu spielen war allein schon ein Vergnügen.
Aber der Klang, das Hören der angeschlagenen Töne, das, was an sich schon als Kunstwerk aus dem Steinway herauskam, wurde noch um die perfekt abgestimmte Akustik hier erhöht.
Ja, ich muss sagen, der Raum veränderte seine Wiedergabemöglichkeiten, wenn ich schnell und laut spielte, oder wenn ich leise und emotional die Freude über diesen Traum spielte, mit Tränen in den Augen wiedergab, den Dank, den ich tausendmal wiederholte.
Ich versank in die Töne, die mich umgaben, wurde zu ihnen mit Haut und Haaren, jeder Ton bestimmte den nachfolgenden, floss durch mich hindurch und ließ mich all das erleben, was hier auf mich zugekommen war.

So ist es also, wenn Träume zur Wirklichkeit werden.

Ich glaube, ich habe über zwei Stunden das Klavierspielen ausgelebt, als ich dann erschöpft zum Wohnzimmer wankte, fassungslos ins Sofa sank, und hoffte, nach der Ruhepause nicht aufzuwachen und alles nur als Traum erkennen durfte.
Ja, irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen, nachdem ich vom Sofa aus alle Eindrücke aufgenommen habe, immer wieder meine Bilder an der Wand betrachtend.

Ich wachte auf, irgend etwas hatte mich geweckt. Ich sog es ein, den wunderbaren Geruch von Kaffee. Das Raumschiff hatte mir Espresso gemacht, den ich dann genüsslich zu mir nahm. Während dessen fragte ich, was das Raumschiff so alles kann, welche technischen Eigenarten es noch aufzuweisen hatte.
"Nun ja" begann die Stimme, "So etwas gibt es gar nicht".
Verdutzt, mich an der Schläfe grüblerisch kratzend frragte ich, ob es denn gar nicht fliegen könnte. Die Stimme fragte nur, wohin ich denn möchte.
Ich dachte nach. Erst einmal wollte ich gar nicht so weit weg. Das Naheliegendste waren die Alpen. "Ach ja" sagte ich, "ich möchte gerne vom Westen über die Alpen bis an deren Ostgrenze fliegen", "langsam genug, dass ich noch etwas erkennen kann".
Keinerlei Vorbereitungen waren in Gang gesetzt worden und schon waren wir über den Pyrenäen. Die Wände wurden plötzlich durchsichtig, sogar die daran hängenden Bilder verschwanden. Atembraubend war das Panorama, das sich mir nun bot. Nun konnte ich auch sehen, wie die Flügel der riesigen Schwalbe sich bewegten. Wie das Ebenbild war das Raumschiff ein wahrer Flugkünstler, ließ sich im Sinkflug über Gipfel und Täler gleiten, nütze jede Termik perfekt aus, um sich wieder hochzuschrauben.
Überall, wo ich genauer hinsehen wollte glitt das Schiff über die Täler, die Gipfel, kreiste über Seen, Gletscher, flog durch Wolken, hüpfte freudig über die Wolkenberge, tauchte ein, und bald waren wir an der Ostgrenze angelangt.
Na gut, über das Schwarze Meer und weiter zum Mittelmeer. Meer? Wie sah es denn mit dem Tauchen aus? Und schon tauchten wir ein, gar nicht mal so mit Getöse, langsam, und ich sah weit genug, durch das Licht der Sonne. Durch die Form des Beckens, worin sich das Mittelmeer befand bedingt, konnte ich nicht nah genug an die Meerenge bei Gibraltar schwimmen. Zu groß war die Schwalbe, also stiegen wir wieder auf, machten noch einen Abstecher über die Kanaren, um dann eines der wichtigsten Ziele anzusteuern. Die Azoren.
Von weitem sah ich sie, immer größer werdend, ich umrundete sie vorerst nur, wollte nirgends landen.
Ich schaute sie mir genau an, welche ich interessanter fand als die anderen, welche zum Verweilen, so wie ich es mir vorstellte am geeignetsten war.

In der Nähe von Corvo landete ich dann auf dem Wasser. Ich wollte noch mehr entdecken, wollte fliegen, wollte ausprobieren, was in dem Raumschiff alles steckte.
Die Fähre, die ich dann auf der Schwalbe fand, brachte mich erst einmal auf die Insel.
Wollte aber keinen Menschenantreffen, so bin ich dort an Land gegangen, wo keine Siedlung war.
Eine winzig kleine Bucht, mit etwas Sand war dann die Stelle, wo ich verweilen konnte.
Von dort aus konnte ich auch das Raumschiff von Weitem ansehen. Wunderschön war sie, ihre Größe wirkte durch ihre Form nicht zu mächtig, im Gegenteil, durch die geschwungenen Formen wirkte sie von Weitem gar nicht so riesig.
Würde sie fliegen, ich könnte sie kaum von einer echten Schwalbe unterscheiden, wenn sie natürlich weit genug weg wäre.
Ihre Außenhaut war ja silbrig glänzend, und würde später sicher die Struktur und Farben des Metallplaneten bekommen.

Planeten?
Ach ja, ein Raumschiff kann ja mehr als das, das war nun mein nächstes Ziel, von der Erde weg zu fliegen.
Wie der Flug über die Alpen, wollte ich auch diesmal nicht gleich aus unserem Universum, aus unserem Sonnensystem fliegen.
Was kommt einen dann gleich in den Sinn? Die ISS - Raumstation.
Ich fuhr also, nachdem ich ein paar Stunden am Strand verbracht hatte, und auch Schwimmen war, zurück zur Schwalbe.
Ganz langsam, so dass ich Filmaufnahmen machen konnte, wie ich von der Erde abhob, flog ich in Richtung ISS. Wo sie in diesem Moment war, wusste ich natürlich nicht, man sieht sie ja nicht so einfach von der Erde.

So wie die ersten Astronauten diesen Blick nie vergessen werden, der ihr ganzes Wesen verändert haben wird, so sah ich es nun auch, wie die Landschaft immer kleiner wurde, wie ich die Atmosphäre durchbrach, und dann endlich im Element des Raumschiffes war, im luftleeren Raum. Immer blauer wirkte die Erde, schon aus 100 km Entfernung.
Ich hatte mir das Bild der Erde ja anders vorgestellt, als ich bei der ISS eintraf. Sie war noch so nah an der Erde, dass man nicht einmal den ganzen Kreis den ganzen Umfang sah. Sie flog über die Erde, und man konnte nur immer Ausschnitte erkennen.
Ich meldete mich natürlich vorher an, um keine Panik auszulösen.
Die Astronauten waren verdutzt, ungläubig, wie ich es selbst gewesen bin, als die Schwalbe erschien.
Ich musste nicht andocken, ich war dann einfach drin, als ich die Erlaubnis erhielt, sie zu besuchen.
Sie zeigten mir die Station, und erklärten mir, woran sie gerade arbeiteten.
Da ich ein ganz normaler Mensch bin, was sie Anfangs bezweifelten, und ich mich mit meinen geringen Englischkenntnissen verständigen konnte, beruhigten sie sich schnell, auch wenn in Ihnen brennende Fragen loderten.
Ja sie dürften mal in das Raumschiff, und ich lud sie zum Essen ein.
Essen? Das fehlte ihnen natürlich, die Gewichtsreduzierung der Speisen, die sie kannten, mit denen sie auszukommen hatten, waren natürlich nichts gegen den Speiseplan auf meinem Schiff.

Beim Essen wurde ich dann aber mit Fragen bombadiert. Ich sagte Ihnen, dass ich das verstehen kann, aber ich all das nicht beantworten kann. Es gibt keine Technik die das Schiff antreibt, es sind die Gedanken, es ist aber auch die Energie des Universums, die das alles ermöglicht. Ich habe nur fest genug daran geglaubt, so dass es entstehen konnte.
Ob sie mal mit auf den Mond kommen möchten? Jaaaaaa!

So sind wir mal die restlichen fast 380000 Km rüber geflogen, waren natürlich sehr schnell da, nur beim Starten wollten sie sehen, wie die Erde sich immer mehr verkleinerte.
Oben auf dem Mond sind wir dann in die Fähre gestiegen, um ein wenig herum zu fahren.
Das alles war schon sehr unbegreiflich, aber als wir dann auch noch aussteigen konnten, ohne Raumanzug, und über den Mond hüpfen konnten, das war dann doch zu viel.
Ich musste Ihnen das Versprechen abnehmen, es einfach nur als schönen Ausflug zu sehen, es so hin zunehmen, als ob es etwas ganz normales Alltägliches sei.
Gerne würde ich ihnen noch einmal so etwas ermöglichen, aber zuerst müsse ich zurück auf die Erde, meine Kinder hätten bald Ferien.

So habe ich sie zurück zur ISS gebracht, die sie eigentlich gar nicht mehr betreten wollten.
So sinnlos schienen ihnen jetzt die Aufgaben auf der ISS.

Die Welt steht Kopf!

Die Nachrichten überhäufen sich mit Schlagzeilen über die Schwalbe, überall wurde sie gesehen, Außerirdische fallen über die Erde her, Independence Day, und andere Horrorszenarien werden in den Medien breitgeschlagen.
Was soll ich tun?
Ich bleibe bei der Wahrheit und sag ihnen was los ist.

Die Universelle Energie hat mir ermöglicht dieses Raumschiff Wirklichkeit werden zu lassen. Es besteht keine Gefahr, und die Menschheit braucht sich nicht um ihre Existenz zu fürchten.
Ich habe aber wenig Lust dazu, irgendwelche Wissenschaftler, oder Militärs an Bord zu lassen. Dies ist meinTraum, und jeder hat genauso die Möglichkeit sich seine Träume zu verwirklichen.
Ich habe keine Geheimnisse, und werde gerne Neues, Entdecktes mit den Menschen teilen, aber dann, wenn ich es will, und nicht bestürmt werden.

Das Raumschiff wird mit Gedanken gesteuert, und angetrieben, ich kann überall im Universum hin, in andere fliegen, durch Schwarze Löcher, alles ist möglich.

So in etwa, kurz und bündig gab ich meine Erklärung ab. Das war natürlich nicht genug, aber ich gab das Versprechen ab, immer wieder Neuigkeiten zu berichten.


Erst einmal wollte ich zu meinen Kindern. Die Ferien standen kurz vor der Tür, und ich hatte mir schon einen Reise mit ihnen überlegt.

Das Sonnensystem.


Ich wollte von der Sonne startend jeden einzelnen Planeten ansteuern, die Eigenschaften vor Ort erkunden, und besonders herausbekommen, ob Pluto wirklich nicht mehr als Planet unseres Sonnensystem zu sehen ist.

Vor dem Haus meiner Kinder, über dem Wald, der gegenüber lag, schwebte die Schwalbe. Ich habe sie vorher angerufen, um sie darauf vorzubereiten.

Sie hatten ja schon die Nachrichten verfolgt, die alles andere zurückstellten, auf allen Sendern war es zu sehen, sogar einige Amateurvideos waren zu sehen, die die Schwalbe über den Alpen zeigten.
Auch die Astronauten der ISS gaben ihre Neuigkeiten Preis, sie wollten nicht mehr auf der ISS bleiben.
Es war fast so, als ob ich zum Heiligen, oder auch zur Gefahr für die Menschen wurde.
Die Kinder freuten sich natürlich, waren aber sehr skeptisch.
Als sie dann aber ihre leeren Zimmer auf der Schwalbe sahen, und nach einigem Zögern die ersten Veränderungen und Einrichtugen machen konnten wurden sie immer überzeugter.

Anfangs wurde es recht chaotisch, aber sie übten fleißig, wie sie die Wände haben wollten, mal waren es die Berge, mal ein Strand, oder sogar tief unten im Ozean, dann natürlich ein Bett.
Ein ganz normales Bett, aus Holz, oder ein Himmelbett, oder ein Zelt mit Bett darin, sie spielten mit den Möglichkeiten, und natürlich kam dann Spielzeug hinzu, Computer, Spielekonsolen, riesengroße Fernseher, oder mal wurde das ganze Zimmer eine Bude, mit vielen Verstecken, und ich wurde natürlich immer mit integriert, musste mitmachen, musste zusehen, welche Ideen sie hatten.
Und irgendwann kam dann die brennende Frage, ob sie nicht ihre Freundinnen mal einladen dürften.
Dazu veränderten sie ihre Zimmer, es wurden überall Sofas aufgestellt, mit Tischchen, und Knabbereien darauf, jeder hatte einen Kühlschrank mit kühlen Getränken, und die Wände wurden schnell zu einem Sandstrand mit Palmen um dekoriert.
Ihre Lieblingsmusik klang durch das ganze Raumschiff.
Ich sag Euch, das war ein Trubel.
Zwei Tage blieben wir da, an Schlaf war kaum zu denken, sie verabschiedeten sich, und schon waren wir im Flug über die Erde, und steuerten die ISS an, die wie ein Leuchtturm weit draußen vor der Küste die Atlantiküberquerer am Ende verabschiedeten.
Die Astronauten und Astronautinnen, freuten sich, dass ich sie noch einmal besuchte, und ich versprach sie auf dem Rückweg zur Erde mit zu nehmen.

So, nun zur Sonne.

Je näher wir kamen, desto dunkler wurden die Außenhülle, so dass wir die Strukturen gut sehen konnten, die Gasverwirbelungen, aber auch die Ausstöße, die riesig von der Nähe betrachtet wirkten.
Es war verwunderlich, mit welcher Geschwindigkeit 10000 Kilometer Höhe erreicht wurden.
Es war ein Hexenkessel, es brodelte, es kochte, explodierte, und wenn im All Luft gewesen wäre, würde man das Krachen auch hören.

Ich wollte wissen, ob die Sonne nur aus Gas bestand, und flog hinein. Je tiefer wir kamen, desto unwohler fühlten wir uns. Es waren die Gedanken, in diesem 5000 Grad heißen Hexenkessel zu sein, zu verdampfen. Die Schwalbe schützte uns zwar davor, aber was Gedanken nun alles hervorzaubern können sieht man ja an der Schwalbe.
Also, es war wie in einem Feuerball, und es nahm kein Ende, es schien, diese gewaltige Gasmasse war das, was all diese Anziehungslräfte, diese Strahlungskräfte erzeugte, was im schlechten Fall gefährlich für die Erde war, im besten Fall aber all das Leben darauf erst ermöglicht hat.

Die Frage stellte sich mir, ob sie auch die Schwalbe ermöglicht hat, mit ihrer unwahrscheinlichen Energie.

Die Kinder fühlten sich unwohl, es war zu viel, und so schlossen wir mit der Sonne ab, und weiter gings zum Merkur.
Da er ja so nah an der Sonne war, wirkte er, als ob er glühen würde.
Wir konnten jedenfalls nichts Lebendes darauf entdecken, ein rissiger Fels, ausgetrocknet, unwegsam, die höchsten Erhebungen waren aber doch an die 25 km hoch, wenn man von den tiefsten Stellen ausging. Man konnte ja nicht von einem Meeresspiegel ausgehen.

Während der Reise veränderten sie ihre Zimmer immer wieder, manchmal, sie hatten es gerade verändert, gefiel es ihnen nicht so, wie vorher, und sie versuchten das Vorher wieder herzustellen, aber es gelang ihnen nicht. So mussten sie weiter probieren, mal war der Boden scheinbar aus Glas, und sie konnten darunter ins Meer sehen, Fische schwammen darin, Korallenbänke wurden hineingesetzt, wie in dem Zeichentrickfilm Nemo, mal war es ein einfacher Dielenboden, mit einigen Teppichläufern darauf, mal war der Boden Teil des Sandstrandes, oder eine Wiese und natürlich hingen auch die Poster ihrer Idole an den Wänden.


Weiter ging es zur Venus, die schon einiges kälter war, aber Wasser haben wir auch dort nicht angetroffen. 
Die Erde überflogen wir um dann weiter zum Mars zu gelangen. Mars ja der war schon interessanter, mit seinen Gräben, die alle den Anschein hatten, hier war mal viel Wasser und ließ sie entstehen.
Die unterschiedlichen Anziehungskräfte ließen dann auch eigenartige Bewegungen entstehen, mal sprangen wir meterweit, mal konnten wir uns kaum vom Fleck bewegen.

Jupiter
Hier war es schon sehr kalt, ist er doch um einiges weiter entfernt, aber es war schon etwas, dieser riesige Planet, kein Vergleich mit den vorhergehenden.

Und dann Saturn, das war glaube ich der Höhepunkt. Seine Ringe, seine vielen Monde, und überall die neuen Blickwinkel innerhalb unseres Sonnensystems.

Nun waren wir schon über eine Woche unterwegs, überall eigentlich nur kurze Abstecher, und es wurde Zeit, nach dem Pluto zu suchen.
Uranus war noch auf dem Weg und auch Neptun, und als wir dann Pluto erreichten, weit draußen, wir konnten die Erde schon lange nicht mehr sehen, und die Sonne wirkte nicht viel größer als andere Sterne, erlebten wir etwas unvergleichliches. Pluto, der Entfernteste war nicht einfach nur eisig kalt, er war gänzlich mit Kristallen überzogen.
Das wenige Licht, das auf ihn eintraf brachte ein dunkelblaues Leuchten zustande.
Wenn man auf der Erde auf einem Gletscher, in den Spalten umhergeht, so schimmert das Eis noch recht hellblau, glänzt und spiegelt, Hier war das viel dunkler, und erst mit dem Anstrahlen konnte man die Facetten sehen, die einem da entgegengeworfen wurden.
Mir schien fast, so etwas wie den Kristallplaneten gefunden zu haben.
Tiefe Spalten im kristallenen Gefüge, gefährlich, aber wunderschön, das war mehr als die Saturnringe, die nur aus Geröll und Kristallen bestanden.

War Pluto jetzt ein Planet?

Ich konnte eine Umlaufbahn feststellen, aber andere Anziehungskräfte, außerhalb des Sonnensystems beeinflussten ihn so sehr, dass es nur eine Frage der Zeit war, wann er ausbrach, sich von den Einflüssen unserer Sonne trennte und eigene Wege gehen würde.
Beeinflusst von anderen Sonnen, und ich hoffte nur, dass er nicht als bald von einer verschluckt werden würde.

Die Ferien waren nahezu zu Ende, und ich versprach, wann immer sie es wünschten vorbei zu kommen. Ob ich denn nicht da bleiben konnte?
Das, sagte ich wäre mir momentan noch nicht möglich, und ich würde es ihnen auch später erklären, jetzt zu diesem Zeitpunkt ginge das jedenfalls noch nicht, und, ich sagte ich hätte auch noch eine gute Ausrede, ich müsste ja den Menschen noch einiges Erklären über die Schwalbe, und all die Möglichkeiten, die sich jetzt boten, und die Unnötigkeit von Raketen, von Satelliten, und dass ich auch irgendwie erreichen möchte, dass es keine Waffen und keine Kriege mehr auf der Erde gibt.
Sie brauchen mich aber nur zu rufen.
Ich sagte ihnen auch, dass ich nicht das Recht hätte ihren Alltag über Bord zu werfen, so sehr sie sich das auch wünschen würden.
Wir leben immer noch in einem Land, in dem Gesetze gültig sind.
Das fängt schon bei der Schule an.
Dort, wo so etwas als Unmöglichkeit gelehrt wird, was sie jetzt mit mir erlebt haben.

Beim Frühstücken, am letzten Tag, redeten wir noch darüber, und ich versuchte ihre Stimmung zu heben, indem ich versprach, dass alles gut werden wird, und wir uns viel öfter sehen können, einfach nur mal Urlaub am Strand machen könnten, oder was auch immer sie gerne sehen und erleben möchten.

Wir flogen zurück zur ISS, um das Versprechen einzulösen, sie zur Erde zurückzufliegen, ließ das Raumschiff noch alles so einstellen und programmieren, dass die ISS selbstständig all die Aufgaben erledigen konnte, verbessert, und auch eine Kommunikation mit der Erde möglich war.
Ich baute aber eine Sperre ein, sie für militärische Zwecke nützen zu können.
Das Verabschieden am Abend war dann doch schlimmer, und ich blieb dann noch ein paar Tage, um sie zu beruhigen. So konnten sie mir noch den neuen Stundenplan erzählen, was es neues in der Schule gab, und auch ihrer Lehrer durften mit den Klassen einmal zu Besuch kommen.
Das allein half ihnen schon sehr, und wir umarmten uns sehr lange.
Ich sagte noch, jetzt bin ich näher als sonst bei Ihnen, es ist jetzt vieles möglich geworden.
Ermahnend sagte ich noch, das Raumschiff ist kein Grund, in der Schule jetzt nichts mehr zu tun, denn wenn ich nichts gelernt hätte in meinem Leben, dann würde es diese Schwalbe gar nicht geben.