Senkrecht.....



steht die Wand vor mir, glatt und hoch.
Manchmal kann ich Stellen entdecken, an denen ich mich festhalten kann.
Hochziehen, aufsteigen, anstrengend. Kräfte raubend, Ruhe möchte ich.

Das Ziel dort oben scheint weit weg zu sein. Ist es überhaupt mein zu erreichendes Ziel?

Immer wieder muss ich umkehren, weil es kein Weiterkommen gibt.

Ich habe viel gelernt, an dieser Wand, auch, dass ich das Ziel nicht erzwingen kann.
Ich wünschte mir, das Ziel dort oben würde zu mir herunterkommen. Der Wunsch, hinaufzufliegen ist schon lange passé.

Ich hatte auch schon die Idee, um diese Wand einfach herum zu gehen, und den leichteren Aufstieg zu gehen, aber immer wenn ich versuche herum zu gehen, scheint die Wand mit zu wandern, so als ob ich in einem Kessel wäre, ohne Ausgang.

Da liege ich nun, wieder einmal kaputt, nicht nur körperlich. Es belastet mich sehr, ich suche so verzweifelt nach einem Ausweg. Hinlegen, und einschlafen, und einfach Ruhe haben. Ausruhen, und erkennen, dass es sinnlos ist.
Die Ruhe wird mir nicht lange gewährt, ich selbst, und auch die Außenwelt fordert mich auf, weiter zu kämpfen, egal, wie oft ich wieder herabsteigen muss, um mich auszuruhen,
um resigniert umzukehren.

Eine unbestimmte Ahnung, oder Angst erschwert mir das Aufstehen; was geschieht, wenn ich das dort oben erreicht habe?
Sterbe ich dann?
Ich möchte leben, fröhlich, unbeschwert, und in Ruhe. Ruhe? Naja, keine Langeweile, aber ohne diesen elendigen Kampf, diesem Nachdenken und Grübeln.
Vieles tu ich, vieles erwarte ich und doch habe ich Angst, es könnte alles umsonst sein.

Vieles lernen, aber zu leben scheint nicht dabei zu sein.

Ruhe