Sternenreise

 

                      

Die Vorbereitungen waren gar nicht so heftig, so als ob es nur ein Wochenendausflug werden würde.
Na ja, es war ja auch gar nicht nötig, alles was in der Unbekannten notwendig werden würde, konnte jederzeit bereitgestellt werden. Thermoanzug, Schutzschilder, Sauerstoff, Nahrung und Getränke, Labortechnik, Kameras, Aufzeichnungsgeräte für Bewegung, Bilder, Geräusche, Sprachen, Düfte und Oberflächeneigenschaften, sogar Durchsichtgeräte wenn nötig wären da, wenn ich sie brauchen würde.

Also startete ich ohne Bedenken, ja nicht einmal mit Wehmut, nachdem ich die Dusche verlassen, und meinen dreifachen Espresso in Ruhe getrunken hatte. Es ging zügig voran, im Nu verließ ich die Atmosphäre der Erde, ein kurzer Blick zurück genügte, wohl wissend, sie wenig verändert wieder vorzutreffen.

Schon war ich am Mond vorbei, tangierte noch den Mars, bevor ich links aus unserem Sonnensystem trat, um direkt zum Rand unserer Galaxie zu fliegen. Schon war ich bei der übernächsten Galaxie, um auch dort links abzubiegen, dort, wo es kurz danach am Pferdekopfnebel vorbei zum nächsten Sternenhaufen ging. Ich flog eine Runde um den Pferdekopf, der sich von anderen Seiten betrachtet eigenartiger Weise nahezu 2-dimensional zeigte. Die wolkenähnlichen Verwirbelungen stellten sich dann aber doch als eine Vielzahl, ja geradezu Unzahl winziger Sonnen in den schimmernsten Farben heraus.

Kurz hinterm Pferdekopfnebel entdeckte ich es dann. Ein Areal, von kleinen Galaxien. Kurz vorm Ausstritt aus einer der Randgalaxien, ein Sonnensystem, unserem Sonnensystem recht ähnlich, allerdings waren dort fünf Sonnen vertreten, und die Planeten kreisten um diese Sonnen in slalomscher Weise, bewegten sich schwungvoll an ihnen vorbei, wobei die zwei äußeren Sonnen ihre Umlaufbahn so umlenkten, dass sie im engen Bogen zurück um die mittleren Sonnen drifteten. 15 Planeten, deren Umlaufzeit nach unserer Zeitrechnung von 6 Monaten, bis zu 17 Jahren betrug.

Der erste Planet, den ich anflog war der Schnellste. Durch die Zentrifugalkräfte, sowie der magnetischen Anziehungskräfte bedingt, war seine Form nicht definierbar. Ja, er verformte sich ständig, hatte aber eine begehbare Oberfläche und sogar eine Atmosphäre, die unserer ähnlich war. Der Sauerstoffgehalt lag bei 7 %, Stickstoff war reichlich vorhanden, ebenso Kohlendioxid, was auf reichlich Leben schließen ließ.

Anemonenplanet.jpg

Der „Anemonenplanet“
durch die Fliehkräfte, Anziehungskräfte in seiner Form sich ständig verändernder Planet, Ø 3500 km

Die Vegetation, wenn man sie so bezeichnen darf, war niedrig, und durch die physikalischen Kräfte bedingt, ebenso verformbar, wie der gesamte Planet. Das Farbenspiel der unsteten Strukturen war ein Schimmern in allen Farben, Schlieren bewegten sich unter den gummiartigen Häuten, immer in Fliehkraftrichtung verwirbelnd, Pigmente schien es nicht zu geben, die eine konstante Farbe zulassen würden. Die Pflanzen, oder waren es Tiere, zumindest waren es eindeutig Lebewesen, hatten anemonenartige, wenn auch lockige Arme und bewegten sich, wie im Meer wellenförmig. Erde gab es nicht, die Oberfläche des Planeten war wie eine Neoprenhaut, sie musste ja den Verformungen standhalten, aber auch die Feuchtigkeit und vor allem vor Verflüchtigung durch die Sonnenwärmen und physikalischen Kräften schützen. Diejenigen Lebewesen, die sich auf dieser Oberfläche bewegten, waren amöbenartig gebaut, schienen aber eine skelettförmige Struktur auf zu weisen. Ähnlich unseren Seesternen konnten sie sich überall festhalten, waren aber fähig, durch lammellenartige Auswölbungen vom Boden abzuheben, wie Kolibris in der Luft stehen zu bleiben, um an den anemonenartigen Wesen Säfte zu trinken, und deren buschige Arme abzugrasen, und dort kleinste Lebewesen, die unseren Ameisen nicht unähnlich waren, allerdings mit Saugnäpfen übersät, zu verspeisen.

Diese ameisenartigen "Tiere" lebten von Abfall, Speiseresten der "Anemonen", waren unzählig und überall. Sie konnten nur kriechen, aber sie waren oben, unten, kopfüber, einfach überall. Die "Amöben" waren dagegen eher in Familien bis zu 25 Artgenossen gruppiert, und hatten ein richtiges soziales System. Die Kinderstuben waren natürlich in diesen "Anemonen" eingerichtet, dort lebten überwiegend auch die Älteren, die wenig Lust mehr hatten, die Umgebung zu erkunden.

So etwas, wie Wissenschaft, Fortschritt gab es nicht, die Entwicklung schien vollendet zu sein, ein fertiges Ökosystem, das sich nicht mehr zu verändern schien. Sprache, ja nicht einmal gedankliche Kommunikation brauchte dort niemand. Es gab keine Nacht, alles war immer von mindestens drei Sonnen erhellt, bunt zwar, durch die unterschiedlichen Farben der fünf Sonnen von Magenta und Yellow zu orangem Licht gemischt, von den purpurnen  und orangen Sonnen in Feuerfarben getaucht. Durch die slalomartigen Bewegungen im 5-Sonnensystem herrschte eine nahezu konstante Temperatur von 42 °C, und eine hohe Luftfeuchtigkeit von 95%. Das Planeteninnere schien eine immense Magnetkraft zu haben, wodurch sich durch Anziehungs- und Fliehkräfte der Sonnen nichts vom Planeten lösen, verflüchtigen konnte, und doch Bewegung und das Schweben in der Luft möglich war. Als ich den Boden betrat, mit einer Sauerstoffwolke umgeben, gekühlt versteht sich, war mein erster Eindruck, mich auf einem gummiartigen Sportboden zu bewegen, der aber nicht so fest war und bei jedem Tritt wabbelte. Gut war, dass die Schwerkraft für meine Verhältnisse niedriger war und ich dadurch nicht das Gefühl hatte jeden Moment einzusinken. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und meinem eigenen hohen Prozentanteil an Wasser im Körper schien fast ein Schweben möglich zu sein. Man stelle sich ein Moor vor, dessen tiefer gelegenen Schichten wasserreich sind, und man auf dieser wabbelnden Masse dahin schreitet, die Oberschicht aber so stabil ist, dass man nicht einsinken kann, dazu eine Leichtigkeit des Eigengewichtes, fast so, wie eine Mücke, die über das Wasser laufen kann. Sie kann sogar darauf wippen ohne einzusinken, ja das Wasser scheint für sie ein fester Untergrund zu sein, und wenn sie sich darauf bewegt ist es fast so als ob sie darauf Schlittschuh laufen würde. Gut, hier war das für mich nicht möglich, da die gummiartige Oberfläche ein Rutschen und Gleiten nicht erlaubte. Auch die vielen "Ameisen" erzeugten keinen Schmierfilm auf dem man ausrutschen konnte. Auf sie zu treten war keinesfalls für sie gefährlich, wie ich bald feststellen konnte; sie wurden lediglich in den Boden gedrückt. Da ich genauso wie alles Andere auf dem Planeten schnell von den "Ameisen" eingenommen wurde, was am Anfang erst einmal ein komisches Gefühl hervorrief, konnte ich direkt miterleben, wie die fliegenden "Amöben" an mir grasten. Ihre "Mundwerkzeuge" waren quasi senkrechte Lamellen, die sich aber an jeder Körperstelle bilden konnten, und die "Ameisen" in sich aufnahmen. Durch die Schlieren auf ihrer Haut waren aber keine Organe zu erkennen. Bei der Untersuchung toter "Amöben", bevor sie wiederum von den Ameisen verspeist wurden, konnte ich außer dem gummiartigen Skelett  nichts erkennen. Es war so, dass all ihre Gewebezellen alle Funktionen, von der Herausbildung der lammellenförmigen "Flügel", oder der Mundwerkzeuge, auch die Verdauung, sowie der Atmung ausführen konnten.

Das 5-Sonnensystem ist ungefähr 4 1/2 Mal größer als unser Sonnensystem, wodurch sich eine immense Umlaufgeschwindigkeit zeigte. Das äußerte sich auch in meinem körperlichen Befinden. Man hatte das Gefühl, sich in einem Geschwindigkeitsrausch zu befinden, gleichzeitig in einem Schwebezustand zu sein. Ich verbrachte dennoch zwei volle Umlaufzeiten durch das Sonnensystem auf diesem Planeten, hielt alles, was ich entdecken konnte in meinen Notizen fest, und begab mich wieder auf mein Raumschiff.

Wenn Ihr Euch vorstellen könnt, wie es ist, nach stundenlanger Anstrengung erschöpft und ausschnaufend ins Sofa zu sinken, dazu eine gehörige Prise Zittern am ganzen Leib, nahe einer Ohnmacht, völlig ausgepowert, ausgelaugt zu sein, dann versucht diesen Zustand mal in eine Zeit von 12 Monaten zu multiplizieren, dazukommt ein Schwindelgefühl, ein Wanken und sogar eine regelrechte Orientierungslosigkeit, weil auch mein Gleichgewichtssinn ziemlich derbe unter diesen Bedingungen des Planeten gelitten hatte.

Die Regenerierungsmechanismen meines Raumschiffes hatten dann auch allerhand zu tun, mich wieder auf Vordermann zu bringen. Noch nach über 2 Wochen waren es nicht nur gedankliche Erinnerungen, die mich morgens nach dem Aufstehen schwanken ließen. Trotz der gut ausgestatteten Ausrüstung und Gravitationsgleichrichter waren die 12 Monate so erschöpfend, dass ich erst im darauffolgendem Monat mit der Auswertung meiner Notizen begann, rein wissenschaftlich, versteht sich.

Ich fertigte Tabellen an, über Klima, die farblichen Beziehungen der 5 Sonnen, im Tageszyklus und Monatszyklus, die Bewegungsrichtungswechsel der amöbenartigen Wesen im Zusammenspiel mit dem Umkreisen der fünf Sonnen, die perfekte, geradezu gleichmäßige Bevölkerung des kompletten Planeten, den ich in etwa drei Monaten umrunden konnte. Dazu trat ich Überlegungen an, welche technischen Errungenschaften nötig wären, eine längere Zeit auf diesem Planeten zu verbringen.

Weitere drei Monate benötigte ich, die Aufzeichnungen meines Schiffes auszuwerten, nur grob, das für mich Wichtige, die Umlaufbahnen der 15 Planeten um die fünf Sonnen. Die Umlaufbahnen graphisch dargestellt zeigten, dass es zwei Kreuzungspunkte gab, ähnlich einer 8, aber einer dreifachen Acht. Da die Sonnen auch nicht symmetrisch zueinander standen, und sogar ein pulsierendes Auseinander-  und - Zusammendriften aufwiesen, und da sie zudem auch unterschiedliche Größen und Massen hatten, konnte man kaum von gleichmäßigen Umlaufbahnen sprechen. Meinen Berechnungen zu Folge, na gut, es waren die des Raumschiffes, waren es exakt 625 Jahre, 7 Monate, 4 Tage und 17 Stunden, bis sich der gleiche Zyklus wiederholte. Solange wollte ich aber nicht abwarten, zumal erst 29 Jahre davon abgelaufen waren. Aber sie Simulation, die ich 3-Dimensional immer und immer wieder abrief, war sehr aufschlussreich, zudem auch faszinierend anzusehen. An den Kreuzungspunkten trafen sich maximal vier Planeten, wobei der kürzeste Abstand zueinander doch noch 238ooo km betrug, für diese hohen Geschwindigkeiten eine Millimeterarbeit, wenn ich das mal so sagen darf. Es war genauso wenig möglich von inneren , oder äußeren Planeten zu sprechen, da das ganze System von Anziehungskräften zueinander im Bezug auf die fünf Sonnen, sowie die durchaus nötigen Fliehkräfte jedes einzelnen Planeten keine gleichmäßige Umlaufbahn zuließen. Das Ganze immer wieder beobachtend und durch das Raumschiff graphisch darstellend, zeigten sich mir nicht dünne Umlauflinien, sonder flächenmäßig (im 2.dimensionalem Raum) und Schlangenquerschnittsförmig im 3-dimensionalem Raum Gebilde aller Orte, die, die 15 Planeten in ihrer Umlaufbahn einnahmen, wobei jeweils dickere Auswölbungen an den Umlenkpunkten der Sonnen zu sehen waren.

Die Gedanken tauchten mehr und mehr auf, wie viel Zeit nötig war, dieses komplexe System so ausgereift zu verknüpfen, quasi unendliche Einflüsse im Zusammenspiel zu berücksichtigen, wie es entstehen konnte, und ob irgend etwas dahinter steckte. Natürlich menschliche Gedanken, um Unerklärliches irgendwie doch greifbarer zu machen.

Ich wollte noch mehr wissen, so viele Fragen schlummerten in mir, noch unwissend, welche es sein würden begab ich mich auf den nächsten Planeten, jener, der mich durch seine Grüntöne schon seit einer geraumen Zeit zu betreten reizte.

Er war einer der "Langsameren", seine Umlaufzeit betrug 81/2 Jahre und ich hoffte, dass ich es auf ihm besser vertragen konnte.

Er befand sich gerade im Schwung um eine der mittleren Sonnen, war somit aus der Beschleunigungsphase in eine Abbremsphase gelangt, als ich mit meiner Fähre zur Landung ansetzte. Je näher ich ihm kam, desto euphorischer wurde ich.

Auch er hatte eine Atmosphäre, ja sogar Wolken waren zu sehen, und dann sah ich ein Bild, so bekannt, nein... das konnte doch nicht sein. Was ich da sah verschlug mir die Sprache, obwohl ich mich seit geraumer Zeit bewusst zurückhielt, Selbstgespräche zu führen.

Einen Alpenplaneten über und über mit Bergen, Almen, Höhenzügen bedeckt, hin und wieder Bergseen in wunderschönen Lagen, und alles, wie bei uns, nahe der Baumgrenze mit Latschen und Kiefern bewachsen. Das konnte doch nicht sein!

So etwas Millionen von Lichtjahren von der Erde entfernt? Ich konnte es kaum erwarten, einen Fuß darauf zu setzen. Der erste für mich relevante Unterschied war die geringe Sauerstoffhaltigkeit von gerade mal 1 %. Wie war das möglich, wo doch die Bäume sicherlich Photosynthese betrieben?

Der Boden war fest, grasbewachsen, auch hier nur niedrig wachsend, wegen der Höhenlage, wie bei uns in der Alpenregion wuchsen überall Alpenblumen. Der nächste Unterschied, den ich bemerkte, waren die Geräusche. Der leichte Wind schien aus allen Richtungen zu kommen, nicht störend, aber die Töne, die er erzeugte waren an der Grenze menschlicher Hörbarkeit, sehr hoch, kaum wahrnehmbar und doch präsent. Mir war unerklärlich, wie dieser Ton entstehen konnte, es war ja nicht das Rauschen, wenn er durch die Latschen pfiff, es war anders. Konstant, und überall, aber auch eindeutig dem Wind zu zuschreiben. Da mir zu diesem Zeitpunkt jegliche Hinweise fehlten, wo die Töne waren, oder herkamen, war ich gezwungen ohne Antwort, erst einmal die Gegend zu erkunden.

Ihr habt bestimmt das Bild eines Schmetterlings im Kopf, der zeichnerisch durch Spiegelung eines Tintenkleckses  zu bilden ist. Hier waren sie allerdings dreieckig und ihre Farben und Muster waren anders. Streifen und Rauten dominierten, dazu gesellten sich Zickzackmuster, und das, was bei uns schimmernd, meist in Blau, Grün, bis hin zu Violetttönen, war bei ihnen hauptsächlich in Gold-, Silber- oder Kupferfarben gezeichnet. Die Dreiecksspitzen waren nicht ihre Köpfe, sondern ihr Schwanzenden; sie flogen also breitflügelig voran. Auch schienen ihre Flügelbewegungen wesentlich langsamer zu sein, und doch war ihre Fluggeschwindigkeit nicht geringer als bei uns auf der Erde.

Dadurch, dass sie diese Farben und Muster aufwiesen, und wenig Flügelschläge benötigten, bildeten sie zu ihrer Umgebung einen so starken Kontrast, dass es irgendwie unnatürlich aussah. Auch ihr Fliegen war anders, als ob sie sich seitlichen Winden entgegenbringen mussten, bald wie ein Laubblatt, das hin und her schwenkend, auch wieder steigend und am Ende doch sinkend zu Boden fliegt. Sie würden letztendlich auch damit nicht so auffallen, wenn sie nur ab und zu auftauchen würden, aber die ganze Luft flirrte von ihnen. Beim Wandern war es immer so, als ob es eine Hülle um mich herum gab, wo keine Schmetterlinge waren. Ich war eine schmetterlingslose Wolke, die dahin schritt.

Murmeltiere mit schwarzem und mit weißem Fell waren genauso zahlreich, allerdings liefen sie im Gegensatz zu unseren gelegentlich auf ihren Hinterläufen, also aufrecht gehend. Nur sehr selten war ihr Fiepen zu hören.

Der Planet war größer als der Erste, so dass ich ihn zu Fuß nicht umrunden konnte, von der Erklimmung der ganzen Berge mal abgesehen. Die Täler waren durchweg regelrechte Oasen, hier wuchs und gedieh mehr als in den Höhenlagen.

Der bergübersäte Planet hatte einen Durchmesser von 3500 km und neben der besagten dreieckigen Schmetterlingen und der Murmeltiere gab es noch 14 Vogelarten. Sie waren allerdings, trotz reichlich vorhandener Nahrung weniger zahlreich. Wieder so eine Frage, worauf es keine Antwort gab.

Adlerähnliche habe ich nur zwei Pärchen beobachten können,  Kiefernkreuzschnabel, zumindest eine sehr ähnliche Gattung, konnte ich ungefähr 90 Kolonien zu jeweils 45 Artgenossen ausmachen, daneben gab es eine kleinere Art, unseren Dohlen recht verwandt, nur in den höchsten Gipfeln anzutreffen. Der überwiegende Anteil kam aber den Wasservögeln zu Gute, die genauso, wie die Schmetterlinge ein unnatürlich wirkendes Gefieder besaßen, von Rosa-Rot über Lila und Königsblau bis hin zu Grasgrün und Zitronengelb. Dadurch, dass auf diesem Planeten ständig Farbwechsel durch die unterschiedlich farbigen Sonnen zu sehen waren, schloss ich daraus, dass der unnatürliche Kontrast der Schmetterlinge und Wasservögel einzig dem diente, gesehen zu werden.

In den höher gelegenen Gebieten, die bis zu 3500 Meter hoch waren, in denen die Latschen nur noch bodendeckend wuchsen, gab es zudem auch Schnee. Durch den niedrigen Sauerstoffgehalt war der Schnee natürlich nicht aus wasserhaltigen Molekülen zusammengesetzt, sondern es war reiner Stickstoffeis, das sich durch den hohen atmosphärischen Druck bildete, und nicht wegen niedriger Temperaturen. Der hohe Druck war es auch, dass, abgesehen von den immer vorhandenen Wolken, eine ganz besonders klare Luft vorherrschte. Ja, sie war so klar, dass sogar im Horizontbereich keine Luftspiegelungen oder gar Trübungen zu erkennen waren. Nach wie vor, die sonoren Hintergrundtöne, für die es noch keine Erklärung gab.

Der Planet war sehr sauber, ich meine damit, es gab nirgends Hinweise auf tote Tiere, Pflanzen, Aas, oder Skelette.  Wo waren sie, oder gab es keinen Tod? Aber es gab Pflanzen, die blühen, also Fortpflanzung, gibt es Fortpflanzung ohne Tod? Dann würde diese Welt innerhalb kürzester Zeit übervölkert sein. Nein, das war nicht so, im Gegenteil, hier gab es ein perfektes System in ökologischer Lebensweise. Hab ich irgendetwas übersehen? Wo war die Lösung? Ich wanderte durch wunderschöne Täler, erklomm hin und wieder Gipfel, um einen besseren Ausblick zu haben....

Nichts. Nichts wollte mir sagen, was hier vor sich ging. Wo waren die abgestorbenen Pflanzen und die Tierreste? Und was war das, für eine Photosynthese ohne Bildung von Sauerstoff?

 Mein ganzes Wissen geriet ins Wanken und brachte mich schon auf den Gedanken, ich müsste völlig unbedarft an das Leben hier herangehen, und einfach alles aufnehmen, was ich sah, entdecken konnte. Also sammelte ich zunächst einmal nur Informationen, ohne darüber zu urteilen, ohne ergründen zu wollen, welchen Sinn, Zweck und welche Funktionen etwas hatte. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich wollte wissen, was bei der Photosynthese genau passiert. Ich nahm einen Grashalm, untersuchte ihn, im Mikroskop, ging tiefer mit einem Rasterelektronenmikroskop, stellte ohne Planetenatmosphäre Licht- und Temperaturversuche an, und entdeckte dabei, dass es eine Vielzahl andersfarbiger Chloroplasten gab. Sie reagierten auf die unterschiedlichen Sonnenfarben, und,...... sie produzierten Sauerstoff.

Ich war geschockt, hob den Kopf und konnte es nicht fassen. Ich bemerkte dabei nicht, wie die Grashalmteile verschwanden. Erst als ich einen erneuten Blick auf die Chloroplasten werfen wollte sah ich, dass sie weg waren. Alle Teile, ob auf den Objektträgern, oder in den Petrischalen, weg! Ich fing wieder an, Selbstgespräche zu führen. Weg! Weg! Weg! Ein neuer Versuch, eine kleine Spitze eines Grashalms, legte sie in eine Petrischale und starrte darauf. Nach etwa 30 Minuten dachte ich, meine Augen ermüden, als es zu Flimmern anfing. Die Ränder des Grashalmes lösten sich auf. Schnell legte ich den Rest unter das Mikroskop, gerade noch rechtzeitig, sah, wie sich vom Rand winzige abgerundete Formen lösten, und verschwanden. Wie wenn man mit einem Locher, nur den Rand der Stanzfläche benutzend Stück für Stück heraus lochte. Irgendetwas "biss" ab, so schnell, dass ich daraus schließen konnte, es müssten mehrere Etwasse sein. Aber ich sah nichts, nicht einmal unter dem Mikroskop. Ein erneuter Versuch, unter dem Rasterelektronenmikroskop verdeutlichte mir nur, dass es reichlich Knabberer sein müssen, versuchte all das Wissen, das ich bisher darüber hatte immer und immer wieder durchzudenken.

Also die Pflanzen betrieben Photosynthese und produzierten Sauerstoff, und trotzdem gab es nur 1 % in der Luft. Wer, oder was verbrauchte diese Unmengen an Sauerstoff und gab im Gegenzug soviel Stickstoff ab?

Kurze Überschlagsberechnungen ergaben, dass ein gewaltiges Potential an Biomasse vorhanden sein muss, aber nur der Stickstoff und die Handlungen des Wesens waren zu sehen. Ich versuchte es mit einfärben der Luft, mit Infrarotkameras, mit Schwarzlicht, mit Vakuum; NICHTS! Jegliche Form der Bestrahlung schien das Etwas zu absorbieren, bzw. durch zu lassen. Wie macht man etwas sichtbar, das alles Licht schluckt, durchlässt, und keinerlei Reflexion von sich gibt, die so nötig für das Sehen ist? Einzig der hohe Sauerstoffverbrauch, das "Auffressen" abgestorbener Lebewesen, das Leerfegen des kompletten Planeten von sterblichen Überresten jeglicher Lebensform zeigte, hier war noch etwas.

Ich musste unbedingt zurück zum Raumschiff, um meine Kenntnisse mit den Aufzeichnungen des Schiffes abzustimmen, vielleicht brachte es mich weiter. Die übliche Aufzeichnungen der Umlaufbahnen, der farblichen Zusammenhänge der Sonnen, all das interessierte mich nicht. Ich wollte endlich wissen, was das war. Das Raumschiff wusste es auch nicht, aber an Hand präziser Berechnungen konnte ich die exakte Biomasse erhalten. Sie war um ein Vielfaches höher als alle Tiere und Pflanzen auf dieser Welt. Durch die Form der "Bisse" an den Pflanzen konnten wir die ungefähre Größe schätzen, allerdings nur unter der Annahme, dass es mehrere Individuen gab, und diese nur ein "Mundwerkzeug" hatten. Erwiesen war jedenfalls, dass kein chemisches Zersetzen stattfand, sondern ein mechanischer Vorgang (Beißen).

Ich war enttäuscht, wollte doch so gerne mehr darüber wissen. Das Schiff versuchte mehrere Wochen lang aus den vorhandenen Daten fiktive Modelle zu berechnen, und näherte sich immer mehr einem Torso, der einem Ring sehr ähnlich war. Ein Ring?! Mir ging ein Licht auf, weiß nicht was mich auf den Gedanken brachte, aber ich bat das Schiff, doch einmal die sonoren Töne, die überall auf dem Planeten zu hören waren mit in seine Berechnungen einfließen zu lassen. Und siehe da?; Es entstand ein "donut-ähnlicher" Körper, winzig und völlig glatt, so glatt, dass nicht das winzigste Staubkorn daran haften blieb. Und das Loch in seiner Mitte war so klein, so geformt, dass es in dieser Atmosphäre, bei diesem Wind genau diesen Ton erzeugte.

Rein theoretisch konnte ich also nun das Aussehen dieses Wesens simulieren, berechnen, dass es nahezu unendlich viele gab, aber real, sichtbar wurden sie dadurch nicht.

Was wohl passiert, wenn man sich nackt dort hinstellt, ob dann alle abgestorbenen Hautzellen, Hornhaut, und Haare "entsorgt" werden würden? Ich flog noch einmal zurück und probierte es einfach aus. Es dauerte kaum 4 Minuten, und ich war sauber, so sauber, wie noch nie. Jede kleinste Pore war nun rein, und keine alte Haut, oder tote Haarspitzen gab es mehr.

Da stand ich, ließ die Prozedur über mich ergehen, und beobachtete während dessen einen Bergbach, wie er sich von oben herab schlängelte. Neben dem Bachlauf aber war ein Bachbett, ausgetrocknet, wie es schien, so als ob der Bach früher dort entlang herunterlief. Aber irgendetwas machte mich stutzig, lies mich genauer hinsehen, und tatsächlich, diese Bachbett war anders. Es war glatter, so als ob ein Mensch Hand angelegt hätte, und nicht nur die Kurven beruhigt hätte, sondern den Fluss, von jeglicher Störung befreit hätte.

Mmmmhhh..., ich folgte diesem Bachbett nach oben, und sah, wie er sich spiralförmig dem Gipfel hinaufschraubte, über eine Abrisskannte weiterführte, die ein Plateau eröffnete. In dessen Mitte endete diese Bachbett in einer kleinen Mulde, die beim Nähertreten sich dann trichterförmig in ein Loch übergehend im Boden verschwand. Dieser trompetenförmige Trichter hatte eine noch glattere Oberfläche und ich konnte durch die etwa 18 Zentimeter große Öffnung nicht tief genug blicken.

Eine Taschenlampe leuchtete zwar tief, aber es war kein Ende zu erkennen. Am Seil befestigt, ließ ich die Lampe herab, und nach 65 Metern stieß sie auf ein Hindernis, oder den Boden. Eine Kamera, mit Licht herabgelassen zeigte mir dann eine etwas 35 Meter hohe Kaverne, mit einem Durchmesser von annähernd 50 Metern. Die Wände waren spiegelblank, glatt, diese Glattheit, die nichts daran haften erlaubte.

Aber leer, kein Anzeichen von den "Donuts" Ein Versuch fiel mir ein, ich nahm eine ganze Pflanze und ließ sie in die Höhle hinab, wobei ich alles aufzeichnete. Was dann passierte brachte mir die Gewissheit, hier war etwas, und das war zahlreich, konzentriert, wie nirgends auf dem ganzen Planeten. Es dauerte keine halbe Stunde, keine 5 Minuten, keine halbe Minute, nein, es dauerte gerade mal 2 1/2 Sekunden, und die Pflanze war weg.

Eigenartiger Weise blieb das Seil zurück, die Kamera, die Taschenlampe, sie waren lediglich sehr sauber, sauberer noch als neu. Auch wenn ich sie nicht sah, so war ich ihres Daseins jetzt gewiss, ja mehr noch, ich hatte jetzt ihre Quelle gefunden. Ja genau, es war wie eine Quelle eines Gebirgsbaches, und wenn sie sichtbar gewesen wäre, dann würde ich ein Sprudeln und Aufwallen sehen, um dann dem Bachlauf folgend nach unten zu fließen.

Ich nahm eine Hand voll Grashalme und warf sie in den Trichter. Im Nu waren sie weg, und ich konnte regelrecht erkennen, wie sie sich aufbäumten, aufsprudelten. Einen halben Meter von der Quelle entfernt hingeworfenen Grashalme benötigten etwas länger um zu verschwinden. In der Umgebung der Quelle schien auch der sonore Ton lauter zu sein, denn die Quelle war nicht von Gebüsch, oder Latschen vor dem stetigen Wind geschützt, so dass die "Donut" ungehindert den Ton zu singen begannen.

Eine erneute Rückkehr auf das Raumschiff, und die neuen Erkenntnisse auswertend, zeigte tatsächlich eine hundertfache Konzentration, und machte deutlich, dass Druck, Temperatur, aber auch Windgeschütztheit in der Kaverne, sowie ihre Form im Zusammenhang mit der Bildung dieser „Donuts“ standen.  Aus was sie bestanden, ob es Lebewesen waren, oder eine Art Mineral, konnte nicht beantwortet werden. Sie verbrauchten zwar Sauerstoff und erzeugten Stickstoff, das war aber nur ein Symptom, das auf Leben hinwies. Atmeten sie, oder verdauten sie, ich weiß es nicht. Alles tote Leben, war durch sie weg, verspeist, umgewandelt, chemisch, biologisch, physikalisch, ich weiß es nicht wie, vielleicht war es aber erst das, was sie entstehen ließ. Nahrung, oder wie auch immer man es nennen konnte. Die Frage nach dem Ton war nun auch beantwortet, und auch die, der Zusammensetzung der Atmosphäre. Hinzu kam noch eine Erklärung, warum die Schmetterlinge so komisch flogen, sie schienen sich durch die Donut-schwere Luft zu bewegen, als ob sie sie spüren konnten, oder besser gesagt ihnen immerzu auswichen.

Ich blieb auf dem Raumschiff, immer tiefer in die Details versinkend, konnte aber nach monatelanger Auswertung nichts Neues, oder gar Sichtbares über die „Donuts“ herausfinden. Diesmal mehr von den Auswertungen erschöpft, als von Zentrifugalkräften und auch ein wenig frustriert und enttäuscht, ich musste mir eine Niederlage eingestehen, begab ich mich nun in das Zentrum des Systems, an drei Punkten von den mittleren Sonnen begrenzt und pickte mir den nächsten Planeten heraus.

Er war wohl der kleinste, mit 1 1/2 km Durchmesser, hatte eine relativ niedrige Umlaufgeschwindigkeit, brauchte dazu volle 14 Jahre (immer noch nach unserer Zeitrechnung betrachtet).

Immer noch ein wenig frustriert flog ich diesen Winzling an, ohne Erwartungen, noch weniger davon überzeugt, großartiges Wissen durch den Besuch zu erlangen, und fühlte mich bestätigt, als ich einer glänzenden, spiegelnden, kristallenen Oberfläche entgegenflog. Je näher ich kam, desto mehr konnte ich die Oberflächenstruktur erkennen.

Dieser kleine Planet war ein Kristall, mit kristallförmigen Ausblumungen übersät. Er hatte keinerlei Erhebungen, war nahezu kugelrund und überall staken oktaedrischen, tetraedrischen und pentaedrischen Kristalle aus seiner Oberfläche. Mal in diese, mal in jene Richtung, in unterschiedlichsten Schräglagen formiert, mit Abständen bis zu 120 m. Wie im Bergkristall waren innere Strukturen nicht gleichmäßig, teilweise milchig oder sogar blasenartige Einschlüsse zu erkennen. Ihre Oberflächen waren dagegen glatter, polierter, klarer als beim Bergkristall, und sie brachten es auf Größen bis zu 6 m. Das mutete geradezu riesig für diesen kleinen Winzling an. Ich landete auf einer relativ freien Fläche, in der Größe eines Fußballfeldes, das aber rautenförmig gestreckt war. Hart war der Boden, wie es sich für einen Kristall nun mal gehört, und er war nicht kalt. Auch wenn er eine kühle Welt darstellte, so war er, durch die Sonnen erwärmt fast lauwarm, und besaß keine Atmosphäre.

Also leblos? Keine Luft, kein Wind und nur riesige Kristalle, die aus dem Boden zu wachsen schienen. Aber woher die Ausformungen, in dreieckigen, fünfeckigen und achteckigen Querschnitten? Und gehört nicht eine gewisse Feuchtigkeit zur Bildung von kristallinen Strukturen? Und wie war es möglich, dass sich in dieser zentrifugalen Welt so geradlinige Formen bilden konnten, ständigen Fliehkräften ausgesetzt?

Wieder so verzwickte Rätsel, die mir nicht lösbar schienen. Ich kann Euch sagen, es war verrückt und machte mich wütend, weil ich doch, als ich dieses Sonnensystem entdeckte so euphorisch war, und sich der erste Planet als so leicht erforschbar zeigte. Nun schien die Grundlage meiner Sternenreise ins Wanken zu geraten, oder hatte sie sich in dem Moment verändert, als ich hier auftauchte? Habe ich mich verändert, war wissenssüchtig geworden, und dadurch reizbar, sobald ich nicht die Lösungen für meine Fragen bekam? Fragen, die ich vorher gar nicht hatte?

Ich flog unverrichteter Dinge wieder zum Schiff, war nahe daran, alles aufzugeben und zurück zu fliegen.

Hab ich das Spinnen angefangen, begann ich in diesem lichtjahreschweren Universum meinen Verstand zu verlieren?

Ich legte alle Gedanken an dieses 5-Sonnensystem beiseite, schnappte mir ein Buch aus meiner Bibliothek, dann noch eins, und noch eins, und langsam dämmerte es mir.

Und all das Wissen, das Neue, das ich entdeckte hilft mir jetzt nicht, zu erklären, was mir bewusst wurde. Erdlingsbücher gelesen hat jeder. Aber wenn man so weit weg ist, dazu noch so etwas entdeckt hat, alleine ist, und fast scheitert, und man liest dann Bücher von der Erde, dann sieht man plötzlich, wie winzig klein man ist. Die Gedanken und Ideen, Weisheiten und Hoffnungen, die ich in diesen Büchern las projizierte mein Gehirn nun auf dieses Sonnensystem. Und siehe da, es schien im anderen Licht, erst sträubte ich mich dagegen, aber dann klarte es auf, und ich sagte mir, es ist nichts. Nichts, was so wichtig war, alles erklären und deuten zu müssen, nein nichts von all dem, was ich zuvor auf diesen Planeten gemacht habe.

Nun stand ich da, wie bloßgestellt, von meinem Gewissen, nahezu nackt und musste alles löschen. Mich davon befreien und einen langen Seufzer von mir lassen. Dauerte letztendlich über drei Wochen.

Und wieder tauchten diese gemeinen Gedanken auf, dieser Wunsch, doch gedankenlos sein zu können. Genießen war die Devise!

Ich begab mich erneut auf den Kristall. Und ich sag Euch, es war wunderschön. Befreit, klar, immer klarer, ich spürte diese Freiheit, diese gedankenlose Freiheit, und sah nun eine Schönheit. Wanderte um den ganzen Planeten, drehte zig Runden, sah das Leuchten in den unterschiedlichsten Farben, dieses Glitzern und Funkeln. Auch wenn hier kein Leben war, so erzeugte der Kristall durch seine Lichtspiele, seine immer wieder gebrochenen Lichtstrahlen, ständig anders einfallend ein Hochgefühl, das ich bis dato nicht kannte. 

Es war fast so, als hätte ich einen Ort gefunden, der mich mit reinster Energie erfüllte, eine Tankstelle, an der ich nicht aufgefüllt sondern regelrecht durchströmt wurde.

Die Arme ausbreitend, beschwingt zwischen den Kristallen wandernd wusste ich, ich würde immer wieder zu diesem Ort zurückkehren. Ich blieb mehrere Tage hier, schlief im Schlafsack zwischen den Kristallen, so gut, wie noch nie.

Auf dem Rückweg zum Raumschiff, verbeugte ich mich vor dem Kristall, bedankte mich und sagte Auf Wiedersehen.

Die restlichen Planeten waren plötzlich nicht mehr interessant, und so schloss ich die Untersuchungen ab, die Datenauswertungen des Schiffes und blieb noch etwa eine Woche. In der Nähe des Kristalls, bevor ich mich wieder auf die Reise begab.

Ich ließ dem Schiff die Steuerung, das recht unsystematisch durch das Weltall streifte, deutete ihm, solche Energiequellen, wie den Kristall zu suchen, und musste erstaunt feststellen, dass in nahezu jeder Galaxie, in der irgendwelche Art Leben war, solche Energiequellen vorhanden waren. Sie hatten nicht die Form und das Aussehen dieses Kristalls, mal waren es gasförmige Kugeln in allen erdenklichen Farben, mal waren es Planeten mit Leben drauf, auf denen ein unendliches Pflanzenreichtum zu finden war. Wie ein Urwald, nur größer, höher, dichter bewachsen, aber überall dieses Wohlgefühl, diese bleibende Euphorie und dieses "Auftanken". Mal war es ein einziger Felsen, reichlich zerklüftet, riesengroß, mit Terrassen und treppenförmigen Plateaus, ich stand darauf, breitete meine Arme aus und lies mich durchströmen.

Hin und wieder begegnete ich Leben, in unterschiedlichen Formen, zum Teil an das Leben auf der Erde erinnernd, aber auch völlig anders. Amorphe Wesen, die sogar eine gewisse Intelligenz aufwiesen, ohne artikulierende Sprache, aber einer Gestik, die sich, nachdem ich sie lange genug studierte, als die ehrlichste Kommunikation zeigte, die ich je gesehen habe. Es war keine Sprache, in dem Sinn, sondern ein Übermitteln von Gefühlen, und sie schien nicht willentlich gesteuert zu sein; Die Wesen konnten es nicht verhindern, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Hätten wir Menschen doch ein wenig davon, wie vieles leichter wäre unser Leben. Was wir durch unsere Sprache zu verbergen versuchen, dass wir überhaupt etwas verbergen müssen, wurde mir in solchen Momenten immer unverständlich.

Aber es gab auch nicht immer Schönes zu sehen, das reinste Chaos, wo Kreaturen sich zerfleischten, Hass und Gewalt herrschten, ständig Machtkämpfe ausgefochten wurden, sogar zwischen benachbarten Planeten. Diese Kreaturen waren dann auch mit natürlichen raubtierähnlichen Waffen ausgestattet und hatten eine Aggressivität am Leib, die einen das Fürchten lehrte. Konstantes Leben war dort nicht möglich, es war gerade so, als ob sie nicht wussten, nicht fähig waren, die unerschöpfliche Energie, die auch sie durchströmte, in friedvolle Handlungen einzusetzen. Es waren kahle, unwirtliche Planeten, keinerlei Schönheit in unserem Sinne. Gründe wie Langeweile, aber auch nichts anderes zu kennen, angeborene Aggressivität und Gewaltbereitschaft erzeugten eine Hölle. Mir war fast so, als ob ich auf eine Strafkolonie gestoßen bin, und keine der Seelen ließ es zu, dazu zu lernen und umzudenken.

Gescheitert, aufgegeben, jegliches Gewissen abgelegt, lebten sie Tag ein Tag aus in Angst und Schrecken, und doch wurden sie nicht weniger, es kamen immer wieder reichlich hinzu, weniger dort geboren, sie tauchten einfach auf, und zerfleischen sich. Die schrecklichsten Fratzen, verhärtete Gesichter, sofern man von Gesichtszügen sprechen darf, es war jedenfalls nicht ein Bisschen Freundlichkeit dabei.

Ich verließ diese Welten sehr schnell und durchforstete das Weltall immer weiter. Meine Sternenreise sollte wunderschön werden, so wie der Kristallplanet, zu dem ich immer wieder zurückkehrte.  So gelangte ich immer tiefer in die Täler des Universums. Sah das, was man Schwarze Löcher nennt und entdeckte dabei, dass es lediglich Fenster zu anderen Welten waren. Die Wissenschaft besagt, dass diese "Löcher" alle Materie aufsaugt, aber es gab auch das Gegenstück. Sowie es an anderer Stelle aus unserem Universum entnahm, so fügte es aus anderen Welten wieder Energie zu, somit ein ausgewogenes Gleichgewicht. Schließlich würde das ja zu einer Katastrophe führen, wir, ja auch die Erde würden verschluckt, und an anderer Stellen wieder ausgespuckt werden.

Man sagt ja, je weiter die Sterne von uns entfernt sind, desto älter sind sie. Ich möchte das an dieser Stelle nicht abstreiten, aber die einzigen Unterschiede waren nur, im Vergleich zu unserer Erde, nahezu perfekte Ökosysteme, bei denen es an nichts mangelte. Ein reines Zentrum des Universums konnte ich genauso wenig ausmachen. Wenn man eine Menge Seeigel aufeinander stapelt, so würden ihre Stacheln ineinander stecken, kreuz und quer. Nimmt man jetzt nur die Spitzen dieser Stacheln und sagt, sie wären diese sogenannten Schwarzen Löcher bzw. die Übergänge, und stelle man sich das natürlich in riesigen Dimensionen vor, wobei die Leibe der Seeigel nicht in diese bildliche Beschreibung ein gedacht werden dürfen. Es gab ja kein Zentrum. Eigentlich war das ganze Prinzip ja einfach, wahllos gab es viele Übergänge in andere Welten und von anderen hier her. Nur auf den Planeten, also im Winzigkleinen gab es so etwas, wie ein System, eine Ordnung. Ich kann mir sogar vorstellen, dass wenn man diese Welten schrumpfen würde, zu kleinen Punkten (Vielleicht gab es ja noch etwas Riesigeres.) Dann könnte man auch hier ein System erkennen, eine Ordnung, ohne das all das nicht existieren könnte, nicht funktionieren würde.

Muss ich mich jetzt dafür rechtfertigen, dass ich so philosophisch abschweife? Oder ist es nicht so, dass ich durch diese Sternenreise erst dahinterkomme, dass das Große, Riesige nicht anderes ist, als das Kleine, Winzige, das wir Erde nennen, wir leben dort existieren und entstanden dort, wo es für uns erst möglich war. Ja, ich stelle die Frage schon:

"Wozu dann diese Sternenreise?" Neugierde, insgeheim aber auch die gewollte Andersartigkeit, und das Ausreizen der Möglichkeiten, der Technik, die Freiheitsliebe, der Tiefenrausch in die Tiefen des Universums, ein klein wenig aber auch Frustration über uns selbst, und vielleicht auf der Suche nach einem Platz, wo ich mich zur Ruhe setzen kann, nicht in Rente gehen, sondern zu  Hause angekommen bin. Natürlich ist mein Körper nicht auf andere Welten eingestellt, ebenso bin ich dort geboren, wo ich hingehöre, und genauso werde ich überall, wo auch immer ich mich niederlasse meine Geburtsheimat tief in mir als Urheimat behalten, ob ich will, oder nicht.

Ja die Erde hat auch diese Energie, die ich auf dem Kristall spüren durfte, wir sind ihr gegenüber nur erblindet.

Bin ich nicht konsequent, oder neutral genug, einfach nur über diese Sternenreise zu berichten? Merkt Ihr denn nicht, dass ich die ganze Zeit darüber schreibe, all meine Gedanken, Erlebnisse und das gesammelte Wissen hat sich zu den zuletzt beschriebenen Erkenntnissen konzentriert! Aus diesem Grunde, könnte ich Euch sagen, bleibt auf der Erde, und versucht all das, was das Weltall uns sagen kann, auf der Erde zu hören, zu sehen und zu leben. Ich wäre sicherlich der Erste, der nicht darauf hören, mich ins erst Beste Raumschiff schwingen würde, und weg wäre ich.

Mein Vorteil wäre nur, dass ich genauso wie im Weltall auch hier auf der Erde das sehen kann, diese Energie, die Pracht, die daraus entstehen kann, und ich achte es und freue mich darüber, wenn ich einem mächtigen Hirschen in die Augen sehen kann, oder wenn sich ein zarter Schmetterling auf meinen Kopf setzt, oder wenn sich ein Reh am Straßenrand ankündigt, lange bevor ich es sehen kann, dann aufsteht und nach kurzer Begrüßung im Feld verschwindet. Das kann man überall erleben, wenn man Augen und besonders das Herz offen hält. Jederzeit.

So zurück zu meiner Sternenreise, und hier schlage ich die Brücke zum Herzen. Überall traf ich auf Wesen, die diese Ur-Fähigkeit besaßen, wie wir es nennen, das Herz öffnen. Man brauchte nicht die Kommunikation per Sprache, in etwa so, wie es im Ausland funktioniert, man verständigt sich mehr mit dem Herzen, und kommt damit weiter, erreicht viel mehr. Überall, wo man selbst akzeptiert und gibt, bekommt man Verständnis und Akzeptanz zurück.

So bin ich Wesen begegnet, ich nannte sie Wollknäuel, weil sie luftig, leicht und sagen wir mal kuschelig über ihren Planeten hüpften, rollten, sprangen und flogen, es war eine reine Freude, ihnen zu zusehen. Der Planet selbst, irgendwo einige Millionen Sternenhaufen entfernt, war weich, zumindest seine Hülle, bzw. Oberfläche, man konnte ohne Zelt und Schutz darauf schlafen. Er wurde von 8 Sonnen umkreist und durch sie in deren Mitte zentriert. Diese Sonnen wiederum kreisten ungefähr wie die Elektronen um einen Atomkern um diesen Planeten, und das ganze System strahlte soviel Energie aus, das angrenzende Galaxien noch davon zehren konnten. Es war wie ein pures Herz, offen, ehrlich, fast konnte man meinen, hier den Himmel gefunden zu haben. Die Wollknäuel waren verspielt, zufrieden, anschmiegsam und glücklich. Ein wenig neidisch war ich schon, hätte ich so etwas doch gerne auf der Erde mal erleben wollen, immer und überall. Ich wusste nicht genau, was sie waren, sie hatten eine Art Fell, nur langhaariger als das eines Orang Utans, aber in etwa die gleiche Farbe und Konsistenz, nur dass es von ihrer kugeligen Form abstand. Gliedmaßen hatten sie nicht, ebenso keine Köpfe oder Gesichter, somit auch keine Sprache. Aber sie kommunizierten mit einander und ich konnte sie verstehen, und sie mich auch. Es war aber nicht eine gedankliche Verständigung, sondern rein auf der Gefühlsebene. Man fühlte ein Lachen, ein Fröhlichsein, man fühlte Wärme und Herzlichkeit.

Ich glaube, dass bei uns fast nur kleine Kinder so etwas zu spüren bekommen, je älter wir werden, desto schneller verschwindet das, wird durch den Ernst des Lebens ersetzt. Manchmal geht das so weit, dass sogar die Eltern nicht mehr fähig sind, diese Wärme und Güte an ihre Kinder weiter zu geben. Bei den Wollknäueln waren alle Kinder, waren alle erwachsen, ich weiß nicht, von was sie lebten, ob sie überhaupt lebten, oder selbst nur ein Teil dieser unerschöpflichen Energie waren. In der Zeit, in der ich bei ihnen lebte, war ich ihnen von Beginn an ebenbürtig, wurde nicht als Fremder betrachtet, so etwas gab es für sie nicht. Natürlich waren sie dadurch sehr verletzlich, hatte aber den Eindruck, dass dieses Sonnensystem einen Eigenschutz besaß, der jegliche Gefahr abwies.

Ich werde Euch auch nicht die Koordinaten mitteilen, nicht, dass ich Euch das hier nicht gönne, was ich erlebt habe. Es gibt nur leider immer wieder Neider und Zerstörer, die völlig erblindet, gegenüber der Energie, der Freude und Offenheit sind, und ich könnte nicht dafür garantieren, dass niemand dabei wäre, der nicht irgendwie Einfluss darauf nehmen würde.

In dem Glauben, dass solche Menschen irgendwann umdenken, und dass diejenigen, die offenen Herzens leben auch immer stark genug sind, um dabei zu bleiben, will ich diese schwarzseherischen Gedanken zur Seite schieben.

In den unendlichen Weiten diese Weltalls und anderer Welten traf ich nur ab und zu auf Leben. Der überwiegende Teil war leblos, aber hatte die komischsten Oberflächen.

Ein Planet, den ich entdeckte, war ganz aus Metall und hatte ein sonderbares Relief, irgendwie von einem Wesen geschaffen wirkte er. Er war gänzlich mit Linien überzogen, zum Teil miteinander verbunden, zum Teil gab es regelrechte Kreuzungen, ellipsoide Formen, dazwischen wieder wankelmotor-förmige Dreiecke und alles in einem grün-goldenen Anthrazit-ton. Er wirkte, wie eine reichlich verzierte überdimensionale Christbaumkugel, war aber so hart und doch nicht spröde, dass ich keine Metallprobe mitnehmen konnte. Natürlich war bei seiner Masse, bei seinem Durchmesser von 600000 km eine immense Schwerkraft darauf. Ich konnte mich nur mit einem Gravitationsabsorber darauf bewegen, hatte aber doch noch nach Wochen Muskelkater. Seine Muster waren so schön, dass ich die Außenhülle des Raumschiffes dementsprechend verändern ließ. Wenn ich zur Erde zurückkehre könnt Ihr das Muster bewundern.

Gar nicht so weit von dem Planeten mit den fürchterlichen Kreaturen entfernt, fand ich etwas Seltsames. Man erwartet ja, dass alles in einer gewissen festen Materie ist, was da im All herumschwirrt. Was ich da aber sah, ich werde Schwierigkeiten haben es zu beschreiben, war ungewöhnlich. Ich bin bekannt dafür, manchmal Dinge in den Raum zu werfen, die man aufgreifen kann, oder nicht. Diesmal ging es mir aber so, als ob so ein Gedanke, eine Idee einfach vor mir hingeworfen wurde, es lag da, vor mir, hatte keine Materie, und war doch sichtbar. Wenn ich nur sagen könnte, es war ein leuchtendes Blau, das sich mir zeigte, oh, wäre das schön. Es hatte auf keinen Fall irgendeine andere Farbe, tendierte eindeutig zu dem Blau, obwohl es ja nichts an sich hatte, das irgendeine Farbe wiedergeben kann. Es war nicht irgendwie rund, oder oval, oder kugelförmig, Erst dachte ich ja eine Sonne war in der Nähe, die ins Raumschiff schien, ich blickte durch ein Fenster, und suchte nach der blauen Lichtquelle. Da war keine Sonne, oder ein Stern in der Nähe, nichts, das ins Raumschiff leuchten konnte. Vielleicht war es eine Wolke, die durch alle Materie ging, oder war es eine Aura?

Ja so in etwa konnte man es beschreiben. Aber es war nichts da, was diese Aura umgeben konnte, na ja, mein Raumschiff war ja nun da, aber als ich es etwas wegflog, war die Aura immer noch am gleichen Ort. Ich kann es einfach nur als Phänomen bezeichnen, das keinerlei Eigenschaften besaß, eher nur Nichteigenschaften.

 War es ein Nichts? Das war das erste, was ich sah, es folgten weitere "Nichtse". Waren es raumlose Räume im Vakuum? Nein, das gibt’s ja gar nicht! Es war aber da, und keine optische Täuschung. Diesmal war ich aber gelassener und suchte nicht verzweifelt nach einer Lösung. Von allen Seiten betrachtete ich es und hatte keine Angst davor, im Gegenteil es strahlte Vertrauen aus. Und so setzte ich mich mit dem Raumschiff mitten rein, machte ein paar Aufzeichnungen, schwelgte in Erinnerungen über die vergangenen Momente der Sternenreise. Ich schlief normal, frühstückte, las, kochte mir etwas Leckeres zu Mittag, ging Teile meiner Aufzeichnungen durch und fühlte mich wohl. Abends dann, ich war gerade dabei abzuspülen:

"Hallo?"

Hallo? Halluziniere ich? Ich spitzte die Ohren, aber es kam nichts mehr. Wenn man alleine, eine ganze Weile alleine, in der größten Einsamkeit des Universums ist, muss man verdammt aufpassen, nicht verrückt zu werden. Ich werde bestimmt große Schwierigkeiten haben, wenn ich zur Erde zurückkehre. Diese Hektik, die Sprache und Kommunikation, muss ganz vorsichtig und ganz langsam wieder in diese Welt eintreten. Und so beschäftigte ich mich wieder mit dem Geschirr und blockierte das Denken.

"Hallo?"..., da war es wieder. Ich fragte das Raumschiff, ob es etwas gesagt  …hätte, es schüttelte, bildlich gesehen, mit dem Kopf.

"Hallo?"... noch einmal.... "Ja?" antwortete ich.

"Wer bist Du?", kam die Frage, "Wer ich bin?" rutschte mir die Gegenfrage raus.

"Ja?"... Meine Sprache..., was soll das bedeuten?

Ich stellte wieder eine Gegenfrage: "Woher kennst Du meine Sprache?"

"Was ist Sprache?" "Wir reden doch miteinander, und können uns verstehen,  …verständlich machen, das ist Sprache"

"Ach so..., Wer bist Du?"... "Dietmar, und wer bist Du?"

"Ich weiß nicht..., Vielleicht auch ein Dietmar."

"Dietmar ist ein Name, und ich bin ein Mensch, von einem Planeten, weit …entfernt".

"Mensch, Planet, weit entfernt, was ist das?“

"Du redest mit mir, wie kannst Du das? Weißt aber nichts von mir? Kannst Du … mich sehen?"

"Sehen?"

"Woher weißt Du, dass ich da bin? Du redest mit mir, hast .........Hallo gesagt."

"Du bist doch da, oder?"

"Ja und Du?"

"Ich bin da" So ging das eine ganze Weile hin und her, ich hatte ständig das  …Gefühl, dass wir aneinander vorbeireden würden. So klappte das jedenfalls  …nicht, und so stelle ich meine brennende Neugierde zurück, und fragte: "Was  …möchtest Du wissen?

"Was Du weißt"............ Da hatte ich die Idee, das Raumschiff könnte doch als  …Mittler fungieren, es hatte doch mehr Wissen als ich. Wollte mich gerade  …zurücklehnen, und abwarten, dass das Wissen übermittelt wird, als schon die  …Antwort kam:

"Aha"

Das war das Letzte, was ich dann hörte. Schweigen, keinerlei Reaktion, nichts. Ich wurde wieder unsicher, glaubte doch an Wahnvorstellungen, oder führte ich nun doch Selbstgespräche, die ich nicht mehr steuern konnte, bin ich nun doch verrückt geworden? Wenn jemand, oder etwas diese geballte Ladung Wissen in Nullkommanix schlucken konnte, dann war er doch auch fähig, alles ohne Zeitverbrauch zu verdauen und irgendwie darauf zu reagieren. Ja stimmt schon, jemand, oder etwas, aber da war ja nichts. Trotzdem hatte ich eine Unterhaltung oder? Mit nichts? Also doch verrückt...!

Am nächsten Tag rein gar nichts, am übernächsten Tag genauso. Ich begann wieder meinen geregelten Tagesablauf und zwang mich dazu, unbekümmert die Geschichte einfach zu verdrängen, oder besser gesagt als unwichtig zu betrachten. Ich blieb noch ein paar Tage, überlegte wohin ich weiterreisen würde. Ich bat das Schiff, mich irgendwo hin zu bringen, wo es schön ist. Wir waren fast da, als die Stimme wieder kam:

"Warte, ich möchte mit kommen." Wir hielten an, und schon waren wir durch und durch von diesem Nichts eingehüllt, ich spürte sofort seine Nähe.

Das Raumschiff hat mich zum Kristall gebracht. Ich war froh und erleichtert, dass das Schiff diese Idee hatte, warum ich nicht selbst drauf gekommen bin? Die Energie des Kristalls und das Vertrauen, das von dem Nichts ausging war eine Kombination, die ich mir hätte nie vorstellen können, eine Steigerung hielt ich niemals für möglich. Gedanken und Empfindungen rasten in Windeseile dahin, mir wurde klar, bei dem nun entstehenden Wunschgedanken, immer ein Stück von beiden bei mir zu haben, dass das, das war, weswegen ich hier war. Und genauso wurde mir klar, nicht diese Stücke, die ich bei mir zu tragen wünschte sind es, was zählt, auch nicht die wiederkehrenden Besuche auf dem Kristall, sondern das Bewusstsein, es schon in mir zu haben. Nicht das Wunschdenken darüber, sondern zu wissen, dass man es schon hat, genauso wenig wie schwer es sein könnte, es in sich zu haben. Es ist da. Punkt aus Ende.

Das Nichts war die Leere, oder die Lehre?, die mir sagte.....

Und da schoss es mir wie ein Blitz ins Gehirn, das Nichts sagte doch einfach "Aha" Mehr war darüber nicht zu sagen. Das Wohlgefühl des Kristalls war in mir, und das Vertrauen auch. "Aha" Durfte ich dann den Kristall nie wieder aufsuchen? Oder ähnliche Energiequellen? Mit Sicherheit war dagegen nichts einzuwenden, war doch auf der Erde auch diese Energie. Ich war erleichtert.

Da ich hier im 5-Sonnensystem war, und erst drei der 15 Planeten besucht hatte, überlegte ich mir, ich könnte ja hier üben, also diese Energie in mir bewusst zu machen, und gleichzeitig die anderen Planeten erkunden.

Also nahm ich die Fähre, und besuchte den ersten Planeten, der in der Nähe des Kristallplaneten war. Seine Form war schon ungewöhnlich. Man stelle sich ein langgezogenes Ei vor, ja auch ein Football kommt dem sehr nahe, allerdings war der Planet in seiner Längsachse um 60° verdreht. Seine Oberfläche war dementsprechend von Längsfurchen ausgeprägt, deshalb konnte ich nur an den Enden landen. Die Furchen waren so reichlich und dicht beieinander, dass nirgendwo eine stabile Landefläche war. Diese Risse gingen bis auf 1000 Meter in die Tiefe und rissen den Planeten von einem Ende zum anderen, 12000 km auf.

Wie in einer Geisterstadt im Westen der USA flogen solche Stroh- bzw. – Heukugeln in den Tälern herum. Sie waren aber nicht leblos, sie schienen eher der Tierwelt anzugehören. Sie grasten im Umherrollen, aber auch Herumfliegen die niedrige Vegetation ab, die meist Bodendecker, dazwischen ab und zu niedrige Sträucher waren. Klebrige, spinnwebartige Strukturen an den Pflanzen waren ihre Nahrung. Durch die äußere, verflochtene, gestrüppige Form waren sie ständig rund herum mit diesem Spinnweben bedeckt, erst dachte ich das gehört zu ihrem Aussehen, musste aber bald feststellen, dass es das war, wovon sie sich ernährten. Es war auch nicht umgekehrt, man konnte deutlich erkennen, wie sie die Pflanzen striffen, die vorher diese Spinnweben an sich hatten, und anschließend wie leergefegt wirkten.

In diesen bis zu 1000m tiefen Gräben, zerklüftet und an allen Stellen aufgerissen herrschte reges Treiben. Auf den ersten Blick sah man es gar nicht, aber je weiter man hinunterstieg desto häufiger sah man es. Durch die sehr dünne Atmosphäre bedingt, war klar, dass die Wesen nicht atmeten. Auf Grund der minimalen Luft gab es auch wenig Wind, der aber dafür recht beständig und nur in einer Richtung wehte. An der Oberfläche der Gräben in die eine, unten am Boden in die andere Richtung, ein Kreislauf. Das dämmerige Licht in der Tiefe war ein weiterer Grund, dass die Atmosphäre so gering war, die Pflanzen betrieben keine Photosynthese. Nur in den tiefen Schichten des Planeten gab es Wasser, so dass die Pflanzen ein ungewöhnlich tiefes Wurzelwerk hatten.

Wir können uns nur annähernd ein Bild davon machen, wie die Welt da draußen aussieht, und ich versuche mit dieser Vorstellungskraft Welten zu beschreiben, mit der Erde vergleichend. Aber ich muss dazu sagen, wenn ich Tiere, oder Pflanzen beschreibe, hat das meist wenig mit dem auf der Erde zu tun. Das Einzige, dass mich zu dieser Begrifflichkeit bringt, sind die sogenannten Nahrungsketten, bzw. Nahrungsmittelabhängigkeiten, auch hier nur ein begrifflicher Vergleich, der oft nur vage das andeutet, was dabei vor sich geht. Große Unterschiede sind die Farben, aber auch die physikalischen Kräfte, die hier im 5-Sonnensystem herrschen. Andere Einwirkungen, Eigenschaften aber auch Aussehen in anderen Systemen differenzierten wiederum von diesem Areal so sehr, wie von unserer Erde.

Mineralienklumpen, gasförmige Welten, aber auch flüssige habe ich angetroffen, teilweise mit sogenanntem Leben besiedelt, und ab und zu eine gewisse Intelligenz, aber auch so wie die „Wollknäuel“ meist aber über Intelligenz hinausgehend, auf anderen Ebenen vollkommen.

Auch bei uns gibt es Vollkommenheit, die allerdings sehr häufig missachtet wird. Ich möchte nicht belehrend wirken, aber ich habe viel Reife gesehen, perfekt aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaften, besonders aber viel „Herz“ und „Gefühl“ entdeckt. Die Erde schien immer so unreif, bedenklich daran erscheint mir die Tatsache, dass die Fähigkeit etwas daran zu ändern, die Möglichkeiten für ein schöneres, lebendigeres, fröhlicheres und ausgewogenes Leben, geradezu missachtet und dem gegengesteuert wurde. Natürlich gab es auch so etwas wie die Strafkolonie, manche könnten durchaus den Begriff „Hölle“ anwenden, aber im Großen und Ganzen wirkte diese Sternenwelt hier draußen sehr friedlich. Der Begriff, es muss alles in Waage sein, so auch das Gute und das Schlechte, war hier nicht anwendbar. Auch in den benachbarten Welten schien das so zu sein.

Die Frage tauchte für mich auf, woran das auf der Erde lag, und Erfahrungen und meine sich gebildete Meinung darüber gab immerzu die Antwort, es ist unser Gehirn, dass oft, wie als ob es fehlentwickelt sei verdeutlichte, trotz der Fähigkeiten und Möglichkeiten die es hatte, doch nichts für die herzlichere Welt tat. Zu weich sei man, nur der Stärkere überlebt, so, oder so ähnlich wird es begründet, dass man Macht, auch im Kleinen ausübt. Das fängt schon bei den Kindern an, denen man Dinge aufzuzwingen versucht, geht in Beziehungen weiter, in der Arbeitswelt, der Gesellschaft und Gesetzgebung (sowie bei deren Ausführenden), bis hin zur Politik, Wirtschaft und globalen Machtkämpfen.

Ich hatte hier im Universum Anderes gesehen und es wird nicht leicht, mich wieder auf die Menschen ein zu lassen. Selten, und doch immer wieder Hoffnung bringend traf ich dort Seelen, die das verstehen, teilweise auch leben, sofern es ihnen möglich ist, manchmal aber auch in Traumwelten Urlaub machen, um der sogenannten Realität zu entfliehen. Für mich gibt es mehrere Realitäten, wobei das Herzliche, Gütige, Hilfsbereite, Verständnisvolle eine mögliche Realität ist, und meiner Meinung nach für jeden so sein kann. Das mag für viele eine Traumwelt sein, und dadurch, dass sie sagen, es sei auf der Erde nur ein Hirngespinst, eine Träumerei, passiert es, dass für sie die sogenannte harte Realität den Platz in ihrem Leben eingenommen hat. Macht in allen Variationen, wie Geld, Vorgesetztentum, die Hosen anhabend, Gewalt, ich setze alles gleich, und würde sie wie Aschenputtel in den Topf mit den faulen Linsen geben.

Der „Schattenplanet“

Schattenplanet.jpg

in fünf Kugelteile geteilt, mit gleichem Abstand, und minimal veränderter Eigenrotation,  Ø 22km

Der 5. Planet, (Hört sich wie das 5. Element an) unterschied sich förmlich von den vorhergehenden. So wie auf jenen die 5 Sonnen ständige Helligkeit brachten, so war dieser Planet ein Planet der Schatten, eine Schattenwelt. Nie komplett in Dunkelheit getaucht, aber kaum direkt von den Sonnen angestrahlt (In den Bereichen in denen sich das Leben abspielte). Man nehme eine Kugel und schneidet daraus 4 Platten, parallel, in etwas gleichen Abstand. Die übriggebliebenen  Kugelabschnitte wirkten wie aufeinander gestapelt, allerdings mit den ausgeschnittenen Abständen dazwischen, Zwischenräume, die die Gesamtheit der Kugel, zumindest in ihren Außenkonturen nicht veränderten. In den Zwischenräumen, bzw. auf den Ober- und Unterseiten war Leben.


Flechtenartige, Moosartige und wie soll es anders sein Pilzartige Pflanzen wucherten und wucherten, überdeckten diese Spalten, oben und unten, nur nicht auf den Außenseiten des Planeten. Die Zwischenräume waren in etwa 500 m breit, oder hoch, die einzelnen Kugelstücke 4 km dick, also 20 km zuzüglich der 4 Spalten á 500 m gab einen Durchmesser von 22 km. Klein, immer recht warm, feucht, geradezu schwül. Bei 500m Spaltenabstand kam natürlich nicht soviel Sonnenlicht hinein, hinzu kam, dass durch das feuchtwarme Klima ein ständiger Nebel herrschte, der zusätzlich Licht schluckte. Nun das Ganze in buntes Licht getaucht, halt durch die 5 Sonnen, wie überall hier.

Barfuß auf weichem Moss gehend, im Wald, in dem die Sonne Lichtstrahlen durch die Bäume wirft, die bis auf die Füße reichen, das Alles in diffusem, nebeligem, buntem Licht getaucht, angenehm warm, bis sommerlich schwül, das kann sich doch jeder vorstellen, oder?

Nun nur noch die etwa 6-fache Wuchshöhe hineindenken und alles nicht in Grün und Gelb gebadet, sondern in Rot, Blau, Grün, Gelb, Violett aber auch Rosa und braun, ja sogar Weiß gab es, sofern man es vor dem bunten Sonnen schützte. Eine ganz zarte Phosphorisierung, ich möchte fast sagen, die Feuchtigkeit, die Tautropfen waren leuchtend, zwar nicht so, dass sie eine Lichtquelle darstellten, aber eine wahre funkelnde Pracht erzeugten. Je größer die Tropfen, desto heller waren sie. Oh…. Jetzt hab ichs, das Bild, das ich hier sah, dass es wunderbar beschreiben konnte. Wie wunderbar der Vergleich, passt er doch so herrlich zu dieser Sternenreise. Der Sternenhimmel. Ich schritt auf Moss durch diese Welt, es roch nach Pilzen, die es nur mit halbkugelförmigen Hauben gab, dazwischen flechtenüberzogene Felsplatten, die so glatte Übergänge zur Moosschicht hatten, ebenerdig, nein ebenplanetig muss ich ja sagen. Und da entdeckte ich sie. Raupenartiges Aussehen, aber eher wegen ihrer Bewegungen, ein Aussehen…, also es hatte eine geelartige Konsistenz, aber wenn man einen Teig in bunte Streusel wälzt, dann kann man sehr schwer erkennen, wie der Teig darunter aussehen mag. Streusel waren es aber nicht, es waren Pollen, Samen oder Kügelchen in allen erdenklichen Farben, dazwischen mit diesen Tautropfen, den lumineszierenden betupft, ohne die ich es gar nicht entdeckt hätte. Es wabbelte, kroch über alles, Moos, Flechten, Pilze und sammelte wohl die Sporen und verteilte sie. ?? Ein Bestäuben, oder nur Nahrungsaufnahme, ich glaube es war beides. Das raupenähnliche Wesen war mehr ein Klumpen Etwas, das sich stülpend, wabbelnd, übereinander schlagend fortbewegte und die Größe eines Fußballes hatte. Es zog keine Schleimspur hinter sich, wie ich auf den Felsplatten sehen konnte, aber es wirkte auf mich so, als ob es sich komplett tarnen möchte, es war wirklich nicht leicht zu entdecken. Wovor, oder vor was tarnen? Verscheuche ich das Unbekannte durch meine Anwesenheit? Ich hatte die Idee, mit dem Schlafsack an einer weichen Stelle zu lagern, zu wachen, in ein Schutzfeld umhüllt, wusste ja nicht was es war, ob überhaupt etwas da war. Ich wartete, neugierig und auch ein wenig aufgeregt, vergeblich. Ein zwei Mal sah ich die wabbelnde Masse vorbeiziehen, nicht in Eile, sofern ich das beurteilen konnte. Also, meine Geduld war zu Ende, bin dann in einen anderen Zwischenspalt gegangen, ich glaube sogar, es war der unterste des Planeten, lief da so umher, konnte vier von den Wabblern erkennen, und da, ich war gerade dabei über eine relativ große Felsplatte zu gehen, schaute ich zufällig nach oben. Über mir also etwa 500 Meter entfernt, die andere Seite, irgendwo im Nebel verschwunden, dort hing etwas. Es hing drüben, 500 m entfernt, aber bis kurz vor dem Boden hier unten. Hängend? Wie ist es denn mit der Gravitation, ich konnte doch auf beiden Seiten relativ gut stehen? Aber es hing eindeutig, pendelte sogar, und an seinem Ende war so etwas wie ein Seil mit einer Kugel, oder einem Ball daran, der sich propellerartig, mal in die eine, mal in die andere Richtung drehte, immer so 3 – 4 Umdrehungen, bevor es die Richtung wechselte. Dort wo das Seil hing war ein Auge. Und dann sah ich auch, dass es sich bewegte, also auf der gegenüber-liegenden Seite den Standort wechselte, immer dabei das Seil kreisend, wobei die Kugel fast den Boden berührte. Fast, denn es berührte niemals den Boden. Das gesamte Wesen hatte die Form eines überdimensionalen Stalaktiten, aber mit einer gummiartigen Oberfläche, es schien fast so, als ob das Seil mit der Kugel daran das Ganze in die Länge zog. Ich habs ein paar Tage beobachtet, dann war es fast eine Woche, es warf das Seil mit der Kugel ab, es fiel zu Boden, ins Moos, und siehe da, es begann sich aufzulösen, so als ob es in ein Säurebad gefallen sei. Der Körper zog sich augenblicklich zurück, ich flog schnell auf die andere Seite und konnte gerade noch beobachten, wie es, wie eine Schnecke, in ein kegeliges Gehäuse verschwand, das sich dann in Richtung Rand des Planeten bewegte, schwebte, die 4 km Außenseite des Planetenstückes überwand und in den nächste Spalt tauchte. Sobald es wieder senkrecht zur Innenfläche war fuhr es seinen Körper wieder bis auf knapp 500 m aus. Es bildete sich ein neues Seil innerhalb der nächsten drei Stunden, und weitere vier Stunden später wuchs an dessen Ende wieder eine Kugel. Sofort begann es die Kugel lassoartig auszuwerfen, auf der Suche nach den Wabblern. Zufällig fand es schon in der nächsten Stunde eines, der Ball klebte daran, hob es an und all die Pollen fielen ab, darunter erschien eine rot-grün schimmernde Masse, die blasser wurde, also Farbe verlor, bis es ganz klar und durchsichtig wurde. So wie aus einem Luftballon die Luft entwich, so schrumpfte es, wurde ausgesaugt, am Ende blieb eine Hülle, leer und fiel zu Boden. Das Wesen selbst, aber zog sich zurück und verharrte in dem zusammengezogenen Zustand etwa fünf Monate. Die immensen Größenunterschiede zwischen dem 500m langen Gebilde und den fußballgroßen Wabblern ließen nicht erahnen, dass die Nahrungsaufnahme für fünf Monate ausreichend war. Andererseits war die Population dieser Wabbler auch nicht sehr groß, und hatten auch wohl keine übermäßige Vermehrung aufzuweisen. Wie erwähnt blieb ich also mehr als fünf Monate. Es war angenehm warm, und auch nicht so schwindelerregend, die Umdrehung des Planeten in sich, neigte dazu, die Zentrifugalkräfte bei den Umdrehungen um die Sonnen abzuschwächen.

Immer wieder nahm ich ein Bad auf dem Kristall, einen halben Tag lang, oder so, und sah immer unterschiedliche Lichtreflexe und Farbmischungen, da er sich ja beständig auf seiner Umlaufbahn um die Sonnen befand. Zehn Planeten hatte ich noch vor mir, obwohl nicht direkt geplant, sie alle zu besuchen, blieb ich dennoch. Ich versuchte die Zeiten zwischen den Besuchen auf dem Kristall zu verlängern, wollte trainieren, ohne ihn auszukommen, und war schon bis auf 7 Wochen angekommen.

Bevor ich den nächsten Planet ansteuerte begab ich mich aufs Raumschiff um meine Auswertungen mit ihm abzugleichen. Dabei entdeckte ich, dass die einzelnen Kugelscheiben jeweils unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten hatten, minimal nur. Das Schiff berechnete, dass es fast 39 Jahre dauerte, bis sich die Scheiben wieder an der Ausgansposition trafen.  Auch der Unterschied von Scheibe zu Scheibe war gleich, er steigerte sich von oben nach unten im Millimeterbereich. Ich schaute mir die 3-D-Animation des Raumschiffes an, um mich für einen der restlichen Planeten zu entscheiden. Diesmal wählte ich den, mit der längsten Umlaufzeit, von 17 Jahren.

Beim Näherhinsehen am 3-D-Modell konnte ich erkennen, dass er eine gegenläufige Eigenrotation mit wahnsinniger Geschwindigkeit hatte, was mich zu der Vermutung  führte, dass, das der Grund sei, warum er so lange für seine Umlaufbahn benötigte, so als ob er damit seine Umlaufbahn abbremste. Er war nicht besonders groß, an seiner breitesten Stelle nur etwa 14000km. Eigenartiger Weise war seine Drehachse um 45° Grad zur Umlaufbahn gekippt. Durch die enormen Fliehkräfte bedingt, war seine Form natürlich platt. Die Erde ist ja von Pol zu Pol eingedellt, der Umfang am Äquator ist deshalb größer, aber von Weitem betrachtet scheint sie immer noch eine Kugel zu sein. Dieser Planet hier war aber eindeutig sehr flach, an seiner dicksten Stelle waren es gerade mal 8700km, wobei diese nur die nahezu zylindrischen Enden eine Kreisels bildeten, mit einem Durchmesser von 132km. Ich musste die Fähre in eine Umlaufgeschwindigkeit von fast 7000km/h bringen, um sanft auf dem Planeten zu landen. Diesmal war ich gezwungen einen Raumanzug zu tragen, der zusätzlich zu seinem Eigengewicht von 14 Tonnen auch noch einen Verstärker für den ohnehin schon stärksten Gravitationsabsorber benötigte, sodass ich damit fast ein Gewicht von 24 Tonnen drauf hatte. Und doch konnte ich mit einem Sprung fast 1 ½ km springen, es war dann immer recht lustig, wenn ich mir eine bestimmte Formation auf dem felsigen Planeten ansehen wollte, und ich immer daran vorbeigeflogen bin. Mit einer bestimmten Atemtechnik musste ich dann meine Bewegungen zielsicherer koordinieren. Mit Ultraschall und Seismographen entdeckte ich dann, dass die Oberkruste nur an die 500 Meter dick war, und darunter, ich konnte es kaum glauben, war ein Magma-Gasgemisch, allerdings ohne hohen Druck. Andernfalls wären überall auf dem Planeten Vulkane gewesen. Der ganze Planet war ein einziges Erdbeben. Nicht, wie bei uns, durch das Zusammenstoßen zweier Tektonischer Platten entstehend, sondern alleinig durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit. An den äquatorialen Enden war die Kruste allerdings 400km dick, so konnte sich das Innere, flüssige und gasförmige nicht nach außen durchdrücken. Es blieb drin, rotierte so schnell, wurde heiß, so heiß, dass es zum Teil gasförmig wurde. Was das zusammenhielt, ließ nur erahnen, welch mächtiger Magnetkern hier wirken musste. Kein Leben, keine Atmosphäre konnte dem standhalten, und so schien der Planet, abgesehen von seiner Form, seiner physikalische Eigenarten uninteressant zu sein.

Wie Ihr sicherlich vermutet, bedeutet das Wort „schien“, dass es doch anders war. Man kann sich ja einen Strudel im Wasser vorstellen, der alles in die Tiefe zieht, was sich an der Wasseroberfläche befindet. Es gibt ja bekanntlich auch Staubsauger, die nach diesem Prinzip funktionieren. Man nehme also diesen ungeheuerlichen Magnetkern, reicht dazu diese Fliehkraft, diese unglaubliche, und die daraus resultierende Außenkontur des Planeten, und an seinen „Kreiselspitzen“ entsteht durch die Turbulenzen ein Gegensog. Im Gegensatz zu den Kräften, die alles von sich schleudern wollen, sogen die Spitzen an, wie ein Staubsauger. Das heißt, dass alles, was sich in seiner Nähe befand, also der ganze Dreck des Weltalles, zumindest in diesem begrenzten Gebiet auf den Planeten stürzte, ihn an den Kreiselenden ziemlich pockennarbig machte. Es war für mich danach nicht möglich, näher als 1000km an die Kreiselenden zu gelangen, die Geschosse aus dem All waren nicht gerade einladend. Wie eine riesige Schmiede verdichteten und härteten die aufgesaugten Bomben diese Spitzen, die dadurch anwuchsen und nach einer Weile an ihrer schwächsten Stelle abbrachen, und über den Planetenkörper wiederum ins All geschleudert wurden.

Meine Gedanken gingen weit hinaus, überall, wo ich auch hinkam gab es einen Kreislauf. Ein Kommen und Gehen, nirgends war etwas anderes zu sehen, war dieses Prinzip auf das ganze Universum, ja sogar auf alle Universen anwendbar? Ich glaube schon, so wie die sogenannten „Schwarzen Löcher“ mal in die eine Welt saugten, so saugten andere in diese Welt, ein Gleichgewicht, dass durch nichts erschütterbar war. Noch weiter wuchsen die Gedanken, gingen zurück ins Detail, auf die Erde. In der dortigen Natur gab es auch dieses Gleichgewicht, allerding schien sich der Mensch aus diesem Prinzip abzusondern. Und so fragte ich mich, wo bleibt dieser Ausgleich, was wird geschehen, damit es auch unter uns ein Gleichgewicht gibt, denn das kann nicht verändert werden. Es war wie ein unumstößliches Gesetz. Oder gibt es schon ein Gleichgewicht, mir ist es nur nicht bekannt? Wo ist es, ist das Gleichgewicht zeitabhängig, kann sich also verzögern, oder ist es in etwa so, wenn ich Luft in ein Rohr puste, kommt an seinem Ende die gleiche Menge wieder heraus? Sind Krankheiten, Seuchen, oder Naturkatastrophen dieser Ausgleich, oder das Aussterben von anderen Individuen? Das scheint mir irgendwie nicht ausreichend!

Habe ich irgendetwas übersehen?

Die Frage beschäftigte mich so sehr, dass ich zurück aufs Raumschiff flog, und dort nach Antworten suchte.
Ich war mir jedenfalls sicher, dass wir Menschen auf der Erde nichts Besonderes sind, nicht aus der Reihe fielen, sondern genauso den Gesetzen des Gleichgewichtes unterlangen, wie alles Andere.

Wo war der Ausgleich für alles, was wir taten, für unser unzähliges Dasein und seine Auswirkungen? Es geht mir nicht darum Ahnungen zu haben, dass irgendwann die Rechnung für uns kommt, einfach nur um die Tatsache, dass überall ein Gleichgewicht herrscht, erzeugt bei mir die Frage, wo es ist, in Bezug auf uns Menschen. Ist es schon da, und in welcher Form wird das Gleichgewicht geschaffen? Gibt es Unterschiede in der Art, wie wir leben, als Naturvolk, oder Industriestaat?
Genug Dinge in den Raum geworfen, meine ich. Gerade flog der nächste Planet vorbei.

Das Raumschiff konnte nur viele kleine Ausgleichungen nennen, die ich addierte und dann doch zu einer ansehnlichen Summe anwuchs. Ich habe nicht die Möglichkeiten, festzustellen, ob dadurch ein Ausgleich, ein Gleichgewicht zustande kommt, noch habe ich das Recht zu urteilen, ob all das, was von uns ausgeht gut oder schlecht ist, nur einen Gedanken möchte ich noch hinzufügen, wir sind ein Teil dieser Natur, und durch ihre Evolution entstanden, sie werden schon ihre Gründe haben, dass wir da sind, und man kann darauf vertrauen, dass sie immer einen Weg zum Gleichgewicht finden werden.

So, der nächste Planet schickte sich an, erkundet zu werden.

Wenn Ihr meint, und das unterstelle ich Euch jetzt, meine Phantasie würde mir langsam ausgehen, diese, Eurer Meinung nach aufgetischte Lügengeschichte weiter zu führen, dann meint das halt so.

So wie auf einigen Planeten dieses Sonnensystems Wasser vorhanden ist, so auch auf diesem. Wasser, wie bei uns auf der Erde scheint in vielen Welten, neben dem Licht und der Wärme von Sonnen ein wichtiges Element zum Leben zu sein. Egal, wo ich hingekommen bin, Pflanzen (ähnliche), Tier (ähnliche) Wesen waren dort, wo Wasser vorkam. Dieser Planet hatte es aber in sich, zweideutig gesagt. Bei den immensen physikalischen Kräften würde doch das Wasser verdampfen, hinausgeschleudert werden, im All verschwinden. Da können riesige Magnetkerne sein, aber die Fliehkräfte, Zentrifugalkräfte und die Anziehungskräfte der Sonnen wären doch zu stark, für so einen Planeten, wie die Erde. Auch könnte das Leben nicht so entstehen, wie bei uns. Werden nicht DNA-Stränge in Zentrifugen voneinander getrennt? Also muss das Leben hier anders sein. Dieser Planet hatte so etwas wie Vulkane, zumindest ihre kegeligen Formen und Krateröffnungen. Diese müssten schon sehr alt sein, denn sie waren schon ziemlich verwittert, ihre Krateröffnungen waren zum Teil eingefallen, sie sahen aus wie Kegelstümpfe. Aber darin waren Seen, Wasser. Da der Planet, ähnlich dem Möbiusband von Escher, mit seinen Mulden, bzw. Hügeln bedeckt war, tauchte die Frage auf, sind die Seen miteinander verbunden?

Außen auf dem Planeten war nur felsiges Gestein, von den Vulkanen stiegen überall Wolken auf, und blieben an ihnen hängen. Sie waren nicht höher als 1200m, und durch den ehemals kräftigen Ausstoß an Planetenmaterial bis zur Hälfte ihrer tatsächlichen Höhe in Lava, bzw. deren verwitterten Reste versunken. Das Wasser allerdings begann mindestens 1500m tiefer als die noch vorhandenen Kraterränder. Sie waren so stark verwittert, dass der Einstig und Abstieg zum Wasser relativ einfach war. Die Senken waren nicht steil und es gab sogar fast gerade Geröllflächen und an einer dieser, soweit wie möglich unten lagerte ich. Ich brachte alle nötigen Ausrüstungsgegenstände dort hin, Tauchutensilien, Licht, Seile, Stromaggregate, Kameras, Phosphorfakeln, Leitern, was man halt zur Höhlenforschung braucht.

Ich kann Euch sagen, ich war vielleicht aufgeregt, waren doch seit meiner Kindheit Höhlen ein Traum, noch dazu mit Wasser gefüllt. Ich hatte jetzt schon das Gefühl, etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben.

Es war riesig. Die Krateröffnung, an der ich einstieg war bestimmt nur eine von 100 bis 150 Öffnungen, die Kammer, die sich darunter befand war so groß, dass ich nicht ans andere Ende sehen konnte. Durch die vielen Öffnungen nach oben, in Anständen von 20 m bis 350 m war die Höhle in Licht getaucht. Ein riesiger Strudel riss mich sofort mit, und ich wurde automatisch nach außen an die Innenwände der Kammer getrieben. Eine Umrundung in diesem Strudel dauerte aber doch fast 14 Stunden. Ein paar von Euch kennt bestimmt diese Freibäder, in denen solche Strudel eingebaut wurden, zum Vergnügen der Kinder, und kindlich gebliebener Erwachsener. So etwas war das, nur halt wesentlich größer und unter Wasser. Die Wände waren glatt, glatt geschliffen, die ganze Kammer war bestimmt 700 m hoch. Als ich wieder an meinem Eingangskrater angelangte, ich musste mit Hilfe eines Düsentriebes zu ihm schwimmen, war ich ganz schön durch gewirbelt. Ich habe mich ja nicht nur treiben lassen, sondern Rollen gemacht, ab und zu, soweit es ging, gegen die Fliehkräfte geschwommen, mich nach oben und unten gekämpft, oder mich einfach rückwärts treiben lassen.
Ich flog zum Raumschiff zurück, um mir dort einen Roboter zu holen, der die ganze Kammer aufzeichnete, vermaß und ein 3-D-Bild erzeugen konnte. Die ganze Höhle hatte einen Durchmesser von 27 km, hatte zur Mitte hin eine Deckenhöhe von 550 m, darin war eine dicke Säule, um die der Strudel lief, mit einer Dicke von 120 m. An den Außenseiten war ihre Höhe fast 780 Meter. Der Roboter entdeckte noch etwas, auf der gegenüberliegenden Seite der Krater, dem Boden waren große Löcher, immer eins am Grund, und darüber eine Krateröffnung an der Decke. Es schien so, dass dort die Krater weitergingen und die ganze Höhle nur ausgehöhlt war. Wie lange das wohl gedauert hat, bis diese Kammer entstanden ist?
Ich schickte den Roboter tiefer in diese Löcher und konnte sehen, dass dort unten ein ganzes Höhlensystem, Gangsystem war, und viele solcher riesigen Kammern den Planeten überzogen. Dort unten war es aber dunkler und auch nicht so glatt, wie in den höheren Kammern. Strömung gab es überall, wenn auch nicht so stark wie in den höher gelegenen Räumen. Dann entdeckte der Roboter auch Höhlen, die wohl irgendwie von diesem Kreislauf abgeschnitten wurden, worin sich ruhige Seen befanden, teilweise aber auch leere Höhlen, und auch Krater, die wasserleer waren, oder tiefer als der, in dem ich abgestiegen bin, und am Grund, der nicht durchlöchert war ein großer See.
Wie Ihr Euch vorstellen könnt, eine Traumwelt für mich. Ich ging baden, durchtauchte die unterirdischen, unterseeischen Höhlensysteme, fühlte mich wie ein Fisch im Wasser, drehte Rollen, ließ mich in den Strudeln treiben, oder lag einfach nur am Strand, von buntem Sonnenlicht erwärmt.

Langsam wuchs meine Ausstattung immer mehr an, ich kochte bald mein Essen dort, wo es mir am besten gefiel, schlief dort, und bald wurde es eine richtige Behausung, wobei ich ja von Anfang an ein Dach überm Kopf hatte.
Mit Hilfe zweier Roboter, Seilen und Umlenkrollen gelang es mir dann endlich. Ich habe mein Klavier hier runtergebracht.

Ein Klang war das hier unten, unvorstellbar.
Nicht nur der Hall, auch das Wasser fügte seine Eigenarten der Musik hinzu.
Ich konnte nach Herzenslust spielen, und passte mein Spielen der Umgebung an, sodass Resonanzen der Höhle, des Wassers nicht überhand nahmen, ein Fließen entstand, das nur hier her gehörte.
Ich habe die allabendlichen Konzert natürlich aufgenommen, und versucht, die Eindrücke meiner Sternenreise, in dem Klavierspielen wiederzugeben. Nicht immer ist mir das gelungen, so wie ich das wollte, hört sich aber trotzdem nicht so übel an.

Nun war ich auf diesem Höhlenplaneten gelandet, und wollte gar nicht mehr weg.
Langsam, ich war nun schon 7 Monate hier, begann Unruhe in mir aufzusteigen. Zuerst merkte ich es nicht, die Gewohnheit, jeden Morgen erst einmal eine Runde zu Schwimmen behielt ich bei, aber das Tauchen und Erkunden des ganzen Höhlensystems wurde immer weniger, uninteressanter für mich. Irgendetwas fehlte mir. Es gab kein Leben, keine Veränderung, und so begab ich mich nach langer Pause wieder auf den Kristall. Er erfüllte mich wieder mit Energie und Wohlgefühl, aber irgendwie ging mir trotzdem etwas ab.
So unruhig war ich schon lange nicht mehr; Die Sternenreise hatte mich ja auch immer genug beschäftigt, ich glaube die Heimat rief ganz stark nach mir. Oder war es das Gespräch, die Gesellschaft, die mir fehlte?

Ich wollte zurück auf die Erde.
Was macht man, wenn man nach langer Reise wieder nach Hause zurückkehrt?
Zuerst wird der Gedanke gefasst, dass man nach Hause fährt. Dann wird gepackt, aufgeräumt und sich nebenbei auf die Rückkehr seelisch und geistig vorbereitet.
Ich machte also „klar Schiff“, nicht nur in meinem treuen Weggefährten, dem Raumschiff, sondern, und vor allem in mir.

Natürlich kann man sich nicht auf alle Eventualitäten gefasst machen, nach so langer Abwesenheit, aber ich musste für mich verschiedene Überlegungen anstellen, die sehr entscheidend sein konnten.
Zum Einen war die lange Einsamkeit, und dann, welche Probleme auftauchen konnten, wieder unter die Menschen zu geraten. Wie konnte ich es anstellen, sie nicht vor dem Kopf zu stoßen, und erst einmal meine Ruhe zu haben? Ruhe, das war ein weiteres Stichwort, was würden sie sagen, wie würden sie reagieren, wenn ich wieder auftauchte? Nicht nur, dass ich wieder da wäre, sondern wo, und womit ich unterwegs war. Meine Ruhe wollte ich haben, sonst nichts. Ich wollte keine Lorbeeren, kein Geld, oder sonst etwas, nur ein ganz normales Leben. Ich hatte immer mehr Bedenken zurück zu kehren, es kämpfte gehörig in mir. War das Leben, die Gesellschaft, die Menschen mit ein Grund gewesen, warum ich auf die Sternenreise gegangen bin?
Wie Ihr sehen könnt, vielleicht nicht unbedingt verstehen werdet, war ich in einem Zwiespalt. Einerseits suchte ich das Gespräch, den Austausch, auf der anderen Seite fand ich so vieles unerträglich, unverständlich und unverzeihlich, zumindest dort in der sogenannten zivilisierten Welt, wo ich aufgewachsen bin, wo ich zu Hause war. Wenn man die schöne Natur, aber auch liebe Menschen betrachtete, so war das Umfeld für das Herz, die Seele geradezu lebensfeindlich. Überall wo man war, strahlte soviel negative Energie, dass die eigene aufgefressen wurde. Man konnte strahlen, Lachen verbreiten, man konnte sagen, sie sollen nicht alles so negativ sehen, es war wie ein aussichtsloser Kampf. Wie kann man sich vor dieser negativen Kraft schützen, so dass man selbst nicht in diesen Sumpf gerät, und gleichzeitig Freude bringen, ein klein wenig Wohltun verbreiten, um auch einmal ein Lächeln zu sehen? Unzufriedenheit, Neid aber auch Unterdrückung und die Hinnahme derselben waren dort an der Tagesordnung. Gewalt, eine daraus resultierende Krankheit, dazu noch die Action geladenen Medienberichte darüber, überall wurde das Negative hervorgehoben, nirgends fand ich in den gesellschaftsbeinflussenden Medien, Nachrichten und Berichten mal was Positives. Die Stimmung wurde bewusst niedrig gehalten. Sie hatten anders gekonnt, alle, mit Herz und Freundlichkeit, aber sie gaben mit ihrer Negativität erst dem Negativen eine Chance.

Man stelle sich Frieden, Zufriedenheit, Ehrlichkeit, Freude im großen Stil vor…
hätte Gewalt dann eine Chance?
Und genau umgekehrt ist es, das Herz hat kaum eine Chance, es wird als Schwäche und Naivität angesehen, und niemand merkt, wie Macht und Geld, Unterdrückung und Gewalt den Tagesablauf bestimmen, es werden schreckliche Dinge in den Medien gezeigt, damit man selbst besser da steht. In jedem Spiel geht es um Kampf, Gegner, Bestien, Monster, fremde Mächte, und in keinem um Herz, Zuneigung und Hilfsbereitschaft.

Die ältere Generation wird abgeschoben, die, welche sich um uns gekümmert hat, als wir Kinder waren; „Keine Zeit! Keine Zeit! Keine Nerven dazu!“

Nein, dort hin kann ich nicht zurückkehren, oder auf der Erde eher ein Eremitendasein führen, in einer Abgeschiedenheit, oder bei einem der verbliebenen Naturvölker, oder in einer kleinen Welt, ein Bergbauernhof, einer kleinen Hütte am Strand.
Ich kann mir vorstellen, dass sich immer mehr Menschen zurückziehen werden, in immer abgelegenere, kargere Gebiete, nur dort hin, wo man durch Raubbau, Besiedelung nicht in Zukunft verdrängt wird.

Ich war nun jedenfalls mal wieder soweit, die Sehnsucht nach der Heimat, nach Gesprächen zu verdrängen, und entschied mich vorerst hier zu bleiben. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, stimmte mich traurig, und brachte mich in ein großes Tief. Wochenlang versuchte das Raumschiff mich auf andere Gedanken zu bringen, meine Stimmung zu heben, ich ließ mich treiben, bat das Raumschiff einfach drauf los zu fliegen, am Besten in ein anderes Universum.
Das „Nichts begleitete uns, sprach aber nicht, ließ mich in Ruhe, so als ob es verstehen würde, als ob es nachvollziehen konnte, wie frustrierend es ist, wenn man weiß, es könnte alles viel schöner sein, aber niemand tut etwas dafür.
Die wenigen, die Herz ins Leben bringen werden zu Außenseitern, belächelt und ihre vermeintliche Schwäche ausgenutzt.

Nach zwei Monaten hatte ich keine Lust mehr darauf, frustriert zu sein, und ich begann wieder zu lächeln, als das Raumschiff, geistig, Grimassen schnitt. Ich wusste nicht, wo wir waren und fragte das Schiff danach. Wir waren durch ein oder zwei Universen geflogen und befanden uns in einer völlig andersartigen Welt. Es  war irgendwie ein gelgefüllter Raum, oder war es eine optische Täuschung, eine physikalische Eigenschaft, die alles so zäh machte? Nein es war tatsächlich so etwas wie Gel, das ganze Universum war damit gefüllt. Darin schwammen riesige Luft- oder Gasblasen, wie wenn das Ganze geschüttelt worden wäre, und sich Schaum gebildet hätte. Ich flog dort hinein, wir waren kaum drin, da glitt, zunächst vorsichtig, das „Nichts“ hinaus in das Gel, und bald darauf hüpfte, sprang es durch das Gel, wie ein Delphin im Wasser. Es hatte daran so Spaß, und ich konnte nicht anders als herzhaft lachen. Es schoss aus dem Gel in die riesigen Gasblasen, tauchte wieder ein, drehte Saltos, mir war fast so, als ob dort seine Heimat war.

In diesem Moment wurde mir bewusst, was das „Nichts“ eigentlich ist.

Ein Geist, und tatsächlich kamen von überall Geister angeflogen, tummelten sich, schlugen Kapriolen und fragten den blauen Geist, was er denn da mitgebracht hätte. Sie waren nur kurz erstaunt, denn alltäglich war ich ja nicht mit meinem Raumschiff, sofern es für sie überhaupt den Zeitbegriff gab. So langsam dämmerte es mir, dass es der Geist war, der mich mit dem Raumschiff hierher gebracht hatte.

Wenn ich zuvor gesagt habe, dort wo die „Wollknäuel“ lebten, sei so etwas wie der Himmel, dann war hier das Paradies. Ich wurde zuversichtlich, hatte Vertrauen, wir unterhielten uns, wobei ich mich mehr an ihrer Weisheit ergötzte. Es war nicht ihr großes Wissen, mehr die geduldsame Art, mich selbst auf Antworten zu meinen Fragen zu bringen. So wurde mir nun endlich klar, dass ich mich der Erde stellen musste, meinen Weg weitergehen, egal, was kommt, ich nicht mehr davor fliehen muss. Erleichtert, ja richtig entlastet, verließ ich diese Welt nach knapp 5 Wochen, auf dem schon so lange ersehnten Nachhauseweg.

Der blaue Geist begleitete mich noch bis in unser Universum und wir verabschiedeten uns ohne viele Worte. Etwas sehnsüchtig blickte ich ihm hinterher, wie gerne hätte ich ihn mitgenommen, zur Erde. Aber ich musste das alleine bewältigen.

Auf dem Feld vor meiner Heimatstadt landete ich, ging durch den Wald, in dem ich schon so viele Stunden energietankend verbracht habe, zum Haus meiner Eltern.
Das Wiedersehen war groß, es flossen reichlich Tränen, und es gab viele Fragen, und nur kurze, knappe Antworten.
Ich rief den Besitzer des Feldes an, fragte ihn, ob ich auf einem anderen Feld, abseits vom Trubel das Raumschiff parken könnte. Er bejahte, und so versteckte ich das Schiff. Die ersten Tage waren natürlich trotzdem ein riesiger Trubel, Reporter standen Schlange, aber auch die Polizei und sonstige Exekutiven wollten vieles wissen. Allen gab ich mit der Bitte um Aufschub die Gewissheit, sie würden alles erfahren.

Erst einmal waren meine Kinder dran. Die lange Abwesenheit hatte mir doch ein schlechtes Gewissen eingebracht, nicht dass ich das irgendwie wieder gut machen wollte, das kann man nicht, aber ich wollte versuchen es ihnen verständlich zu machen, warum.
Sie kannten mich ganz gut, ich meine damit, mein Denken, mein Fühlen, und ebenso wusste ich auch wie wahnsinnig schmerzlich für sie gewesen ist, dass ich weg war.
Ihr werdet Euch sicherlich wundern, warum ich sie nie vorher erwähnt habe. Ich bin ja nicht ohne Grund weggeflogen, es war einfach für mich unerträglich geworden, die Machenschaften der Menschen zu sehen. Ihr mögt sicher denken, ein Verrückter, der sich nicht in die Gesellschaft integrieren kann. Ja, das stimmt, ich möchte mich nie in so eine Gesellschaft integrieren, die nur auf Geld und Macht aus ist, und ein großer Teil davon einfach alles hin nimmt. Ich sehe Heute noch, wie Dinge, furchtbare Dinge zum alltäglichen Bild in den Medien, als Aufreißer, als Schlagzeilen gezeigt wurden, und niemand hat etwas dagegen getan. Gewalt wurde in Spielen verherrlicht, nicht das Herz. Helden gab es nur im Film, in denen sie wiederum gegen Gewalt kämpften. Sie wurde einfach als gegeben angesehen, und  Politik, Polizei, die Gesellschaft, aber auch die Medien taten in meinen Augen nur das, dass sie bestehen blieb. Ich glaube daran, wenn das Herzliche in den Vordergrund gestellt würde, dann würde die Gewalt langsam verschwinden. Aber es war genau umgekehrt. Es hieß immer nur, was schlecht war, und das Gute wurde dabei vergessen.

Nun war ich wieder da, und versuchte das alles zu meistern, mich dem zu stellen.

Ich flog also zu meinen Kindern, die sicherlich in den Nachrichten verfolgt haben, dass ich wieder da war. Ich habe sie angerufen, und natürlich konnten sie wenig sagen.
Dann stand das Raumschiff vor ihnen und ich ließ ihnen erst einmal Zeit.
Sie wussten genau, was es bedeutet, wenn ich mit einem Raumschiff vor ihnen stehen würde. Für sie war es genauso ein Traum, vielleicht sogar Flucht. Dann war ihre Neugierde aber doch größer und wir gingen an Bord. Es sah ganz anders aus, als sie sich vorgestellt hatten. Nicht irgendwie spacig, oder abgefahren, ganz menschlich und gemütlich, die einzigen sichtbaren Unterschiede waren die Bilder an den Wänden, Photos und Aufnahmen von der Sternenreise. Ich sah es ihren Augen an, es war zu viel, zu lange war ich weg, und alles, was sie sahen, war so unmöglich, ein Trugbild.


Wir gingen wieder hinaus, und ich fragte sie, ob wir mit der Fähre ein wenig herumfahren sollen.

Ja..., kam es ganz leise und da drückte ich sie erst einmal, ganz lange und leise. Wir stiegen in die Fähre und fuhren zuerst einmal durch die Gegend, die ihnen bekannt war, dann fragte ich sie, ob wir fliegen wollen. Auch da kamen ihnen Erinnerungen von gemeinsamen Träumen. So sind wir über die nächst größere Stadt geflogen, die sie noch kannten, und dann zur Küste und über das Meer. Dort tauchten wir dann noch ein, und fuhren unter Wasser weiter. Am Abend ging es dann wieder zurück, ob sie im Raumschiff übernachten wollten, hab ich sie dann gefragt. JA!!

Ich habe sie herumgeführt, und als ich merkte, dass sie müde waren, aber nicht aufhören wollten alles auf einmal anzusehen, machte ich es ihnen im Bett gemütlich. Ich bin kurz vor den Ferien bei ihnen aufgetaucht, und so habe ich nachgefragt, ob sie früher in die Ferien gehen dürfen. Auch ihre Mama hatte nichts dagegen, und so sind wir losgeflogen. Ich hatte aber das Bedürfnis, auf der Erde zu bleiben. Wir besuchten natürlich Thailand, Südamerika, China, Australien, Neuseeland, machten Badeurlaub, tauchten in die Tiefen der Ozeane, ich fragte sie, wo sie gerne hinwollten, und so ging es weiter nach Spanien, Italien, haben den Nordpol angesehen, die Antarktis, waren in England, und dann kam das Ende der Ferien. Ich versprach schon am Wochenende wieder zu kommen, war aber bereits am Donnerstag da.

Nun, vielleicht könnt Ihr Euch es denken, das Wissen, das ich mitbrachte, aber auch Bekanntes, wie ich schon laufend kundgetan habe, veränderte vieles auf dieser Welt. Nach wochenlangen Gesprächen, fast Verhören, konnte ich die Menschheit so einigermaßen beruhigen. Einige Länder, besonders die Mächtigeren hatten Angst. Verständlich, einerseits war die Technik, das Wissen Lichtjahre weiter als ihre, sie sahen ihre Macht schwinden, andererseits, gerade diese Macht, ob militärisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich war alles, was sie hatten.

Das Herz kam ins Spiel, und alles andere entbehrte nun jeglicher Daseinsberechtigung. Es ging mir nicht darum, ein Chaos auf der Welt zu schaffen, ein größeres, als bereits vorhanden war, sondern einzig und allein um das Herz. So begann ich Vorträge zu halten, die mehr ein Erzählen, bebildert mit einer Unmenge an Filmmaterial und Photos waren. Überall traf ich auf Menschen, die erleichtert schienen, mir Zuspruch gaben, weiter zu machen, ja nicht aufzuhören, egal wie sehr sich der kleine Teil der Menschen an dem großen Teil der Macht festhielte.
Ich bin mit Sicherheit kein Prophet, kein Prediger und auch kein Erlöser, im Gegenteil…..
Ich stelle nur eine Frage in den Raum:


„Warum habt Ihr nicht schon lange etwas dagegen getan, dass Euer Herz so verkümmert?“


Ich habe ein paar Bücher geschrieben, meine Musik veröffentlicht, und das Geld immer komplett Bedürftigen gegeben. Überall da, wo ich Herz gesehen habe, soviel, dass es durch Geld nicht verschwand, habe ich unterstützt.
Ganz sachte veränderten sich die Menschen, man sah es dann auch endlich in den Medien, das, was früher „neutral“ und „den Tatsachen entsprechend“ berichtet wurde bekam jetzt den negativen Touch, wurde mehr und mehr angeprangert. Größtenteils, aber war es ein Schock, ein Impuls, auf den die Menschheit gewartet hatte, und sie fanden ihr Herz schon kurz, nachdem ich diese Frage gestellt hatte wieder. Reichlich Gegenstimmen aus den Reihen der Staatsregierungen, sowie der Wirtschaft und natürlich auch der Wissenschaft hagelten vermehrt ein, ihr größtes Argument war, wie das Leben nun weiterlaufen soll, wenn die Menschen ihre Arbeit nicht mehr verrichten würden, wie dann Essen auf den Tisch kommen soll?
Ich erklärte öffentlich, dass ich nichts davon gesagt habe, alles liegen zu lassen, und dass ein langer Prozess, eine Umstellung stattfinden müsse, dass das Geld und seine Macht im Austausch von Dienstleistungen mit Herz gewandelt werden müsse, und dass wir Menschen die Bevölkerung  zu verringern haben, die Ressourcen der Erde genügten nicht für alle.
Es war nicht leicht, sie glaubten nicht an das Paradies auf der Erde, diejenigen, die daran glaubten, verschwanden in die entlegensten Ecken der Welt, wo sie sich gerade noch ernähren konnten, und die Zweifler und diejenigen, die um ihre Macht kämpften, waren so in Überzahl, wie eine riesige Flutwelle begann sie auf mich einzustürmen.
Ich fragte die Kinder, die nun schon alt genug waren, die Hintergründe zu verstehen, was ich machen soll. Blieb ich da, dann bestehe immer die Gefahr, gelyncht, ruhiggestellt und eingesperrt zu werden, auf der anderen Seite würde ich aber auch für etwas kämpfen, was so wichtig ist…. Und andernfalls? Ich würde wieder fliehen, und alles würde sich auf das Alte, Gewohnte wieder einpendeln, und Unzufriedenheit und Gewalt wären wieder an der Tagesordnung.

Meint Ihr auch, dass es aussichtslos ist, dass Ihr nicht anders könnt, als in diesem Sumpf weiter zu dümpeln?
Die Kinder meinten nur, dass ich doch nur bei ihnen bleiben soll, alles andere war ihnen egal.

Da war es wieder, das Herz, ein Argument, das ich nicht ausschlagen konnte, nie wieder ausschlagen wollte.

Die Welt verändern soll ich nicht, soll all diesen Neid, diesen Hass, diese Gewalt und Machthaberei einfach dulden, soll mich dazu noch anpassen, einzig und allein, die Kinder nicht mehr aufzugeben?

Wieder an dem gleichen Punkt angelangt, an dem ich mich schon vor der Sternenreise befand, stand ich da, sagte den Kindern nur, dass ich sie nie wieder verlassen würde, aber darüber nachdenken muss, was ich tun soll.
Ich versuchte vergeblich eine Lösung zu finden, mir lag auch daran, meine Kinder aus diesem Sumpf zu holen, ich merkte ja, dass auch sie schon so tief drin waren, dass sie nicht mehr erkennen konnten, was der Verzicht auf technische Spielereien, auf negativ scheinende Medien bedeutet.

Es war wieder so, niemand hörte es, niemand glaubte es, niemand wollte es, das Herz.

Tagelang fühlte ich mich leer und ausgelaugt, beschimpfte mich selbst, so beharrlich zu sein, so stur ein Ziel zu verfolgen, das niemand außer mir als achtenswert ansah. War ich doch verrückt, und gab es irgendetwas, das mich da rausholte?
Eine normale Beziehung, die Liebe, meine Kinder?
Nein! Immer würde ich all das sehen, immer würde ich unter Zwang wegsehen müssen, damit ich es ertrage. Jahrelang schon sah ich keine Nachrichten, las keine Zeitung, aber das genügte nie, immer wieder sah ich es, erlebte es, wie die Menschen miteinander umgingen.
Man hat mir gesagt, ich solle ruhig sein, mich nicht aufregen, den Mund halten, wenn wieder jemand zu mir, oder zu einem Anderen ausfallend werden würde.

Nee! Ich habe mein Leben lang dagegen gekämpft, habe versucht den Menschen ein wenig Lächeln beizubringen, war hilfsbereit und bekam ständig erstaunte Blicke. Diesen ganzen Weg einfach aufgeben?
Den Weg des Herzens? Nein!, Nein! Und nochmal nein!
Ich blieb. Meine Familie, meine Freunde bekamen einen Schutz. Ich blieb, trotzig wohnte ich auf dem Raumschiff, sah die Kinder jeden Tag, lehrte sie all das Wissen, viel mehr, als sie in den Schulen lernen konnten, lehrte sie, wie einfach und doch erfüllend Herzlichkeit ist.

Nach und nach bildeten sich Gruppen auf der ganzen Welt, die zu mir hielten, nein, zu der uralten Idee des Herzens. Gleichzeitig versuchen die Machthaber immer wieder, erst durch Gewalt, dann mit Gesetzen und Propaganda gegen mich zu wirken, alles blieb erfolglos. Es wurden mehr und mehr, sogar Wirtschaftsbosse gesellten sich dazu, und irgendwann kam der Punkt, wo die körperliche Minderheit der Mehrheit der Macht in die kraftlose Minderheit wechselte. Es war ein Grenzgang, denn ich wollte keine Anarchie, noch wollte ich ein Zusammenbrechen, einfach alles mit mehr Herz, Ehrlichkeit und Freundlichkeit.

Märchen enden ja bekanntlich mit dem Satz: „…und wenn sie nicht gestorben sind, lebten sie glücklich und zufrieden…“

War das nun alles?
Ich könnte noch über so Vieles berichten, die Reisen mit den Kindern in neue Welten, wie sich langsam auf der Erde die Herzen wieder öffneten, wie trotzdem immer wieder Tiefschläge herantraten, welchen Lebewesen wir begegneten, und die neu entstandene Kommunikation mit anderen Welten eine Offenheit und Herzlichkeit ermöglichten. So Vieles, das Zukunftsmusik, milde ausgedrückt wird, Spinnerei, Träumerei, auch noch relativ milde, Phantasterei, Verrücktheit, Wahnsinn dann schon heftiger bezeichnet wurde.
Es ist für mich nun doch erschöpfend, in diesen Worten das momentan Wichtigste anzubringen. Es werden immer wieder Gedanken auftauchen, Erlebnisse auf mich zu kommen, die berichtenswert sind, das passiert nun mal, wenn man Augen und Ohren und besonders das Herz offen hält. Hat auch einen Nebeneffekt, dass man nie, wirklich niemals Langeweile verspürt, aber auch, dass man nie so richtig zur Ruhe kommt. Es gab  natürlich immer wieder ruhigere Phasen, in denen man des Kämpfens müde war, wenn auch nur kurz, denn mit offenem Herzen sah man immer wieder Dinge, die einen beschäftigten, auch wenn man sie verdrängen will, oder sich sagt, das geht mich alles nichts an.

Die Eigenart der Menschen, die Symptome zu behandeln, und nicht die Ursachen, oder Andere als Krücken zu benutzen, damit man selbst keine Energie verschwendet, um aufzustehen, oder der Drang, sich äußerlich weiter zu entwickeln, auf Kosten von Herz und Vertrauen, all das und noch viel mehr, bedarf neuer Betrachtensweisen. Die Menschen müssen aufgeklärt werden, darüber, was sie ohne Wissen erdulden, einfach hinnehmen, Jahrhunderte lang, mochte es der gepredigte Glauben sein, die Wissenschaft, die alles zu erklären versucht, nur Herzensangelegenheiten nicht, die Psychologie, die wissenschaftlich, studiert, vergleichend den Menschen zu deuten versucht, und doch nicht in sein Herz blicken kann, die Naturwissenschaften, die allem einen Namen gibt, zwar mit Begriffen wie Ökologie die Zusammenhänge erfasst, aber doch nur Details erörtert, die Technik, die sich Fortschritt nennt, und Wegschritt vom miteinander Reden, einander Erkennen und Akzeptieren bedeutet.

Wie Ihr vielleicht bemerkt, prangere ich nahezu alles an, was Euer Leben ist, aber nur aus dem Grund, weil es das Herz nicht mehr ist! Natürlich gibt es Ausnahmen, in allen Schichten der Gesellschaft, aber sollte es nicht umgekehrt sein?
Diejenigen, die nicht auf das Herz hören können, sollten die Ausnahme sein. Ja, sagt nur, dass ich ein Spinner, Phantast oder Träumer bin, oder kommt mit dem Argument, wenn ich schon so konsequent bin, dann sollte ich überall so konsequent sein.

Hier ist so ein Beispiel, wie Gedanken auftauchen, die unbedingt dazugehören, und zu erklären versuchen, was ich Euch sagen will, was Euch und Euer Leben so erfüllend machen könnte.
Heute Morgen, ich habe mich gerade rasiert, hatte ich wieder so eine Eingebung. Mir wurde plötzlich klar, dass diese Sternenreise, und alles was damit zusammenhängt, wie das Raumschiff mit seinem Drum und Dran, und auch all das, was ich über uns Menschen berichte, das Ergebnis von dem ist, was ich als Anti-M@X bezeichne. Eine Art Molekül, oder Gedankenelement, mancher würde vielleicht sagen, so etwas wie Gott, oder um es nicht so überheblich klingen zu lassen, etwas, dass Jeden beeinflussen kann, wenn er mehr auf das Herz, die Intuition hören würde. Meine Erlebnisse mit Anti-M@X hatte ich ja schon Jahre zuvor beschrieben, und auch da habe ich die Unerträglichkeit erwähnt, die mich, im Bezug auf die Verhaltensweisen der Menschen befiel. Anti-M@X hatte damals sogar eigenhändig eingegriffen, und z.B. alle Vergewaltiger versteinert, und überall auf der Welt standen diese grotesken Skulpturen, es hat alle Waffen dieser Welt in reine Energie umgewandelt, so auch den Müll der Menschen. Aber jetzt wird mir klar, warum Anti-M@X diese Eingriffe aufgegeben hat. Das Herz ist dadurch nicht zu den Menschen gekommen, sie haben sich nicht verändert.
Gemeinheiten, Missbrauch, Gewalt, Lüge und Betrug, all das und andere Verhaltensweisen der Macht waren an der Tagesordnung.

Meine Gedanken gingen weiter, und ich glaube, dass all das von einer Angst herrührt, Angst zu leben, Angst vor dem Urvertrauen, Angst vor seinen eigenen Schwächen, Angst ausgelacht und nicht akzeptiert zu werden. Das Verhalten der Menschen beruht also einzig und allein auf diese Ängste. In manchen Ländern wird in der Gesellschaft so viel Angst geschürt, dass jeder das Recht auf Waffen hat, dass überall auf der Welt Kriege, Infiltrationen und militärische und wirtschaftliche Macht ausgeführt wird. Angst hat wohl auch die Bereitschaft gefördert, in Medien, Filmen Gewalt zu konsumieren, um zumindest in der Außenwelt diese Angst zu meistern. Die eigene Angst wird dadurch aber beiseite geschoben, ist ja auch einfacher, die Ängste Anderer zu besiegen. Man kämpft mit Helden im Filmen, die meistens gut ausgehen, in Liebesfilmen um die Liebe, mit einem Paket Taschentücher, man schaut in Berichten und Nachrichten, wie schlecht es in der Außenwelt ist, sicher in den eigenen vier Wänden hockend.

Wie ungläubig werde ich oft angesehen, wenn ich schenke, wenn ich höflich und zuvorkommend bin, wenn ich erkenne, wie es dem Anderen geht, wenn ich lächele und nett bin. Was ist das für eine Welt, wenn diese, für mich einfachen Dinge, und so wichtige Merkmale als ungewöhnlich, unbekannt angesehen werden, sogar mit Misstrauen, da stecke doch etwas dahinter. Ehrlichkeit, die man zeigt, wird völlig anders interpretiert, als Kritik, als Hintergedanke, als eine Hinterlist, so als ob sie, nur von sich ausgehend, niemals so ehrlich sein können.
Ich kann wegschauen, ich kann auf meinem Weg bleiben und wenigstens reinen Gewissens dem entgegentreten, ich kann daran verzweifeln, wenn ich an eigener Haut solche Widrigkeiten verspüre, eins kann ich aber nicht, das ruhig  und gelassen akzeptieren.

Und so werde ich immer wieder zu den Gedanken gedrängt, solche Sternenreisen zu machen, und all das hinter mir zu lassen, Euch damit den Rücken zu zukehren, und sagen, ich kann das Elend nicht mehr sehen, das Ihr tagtäglich macht, Euch zu sagen, Ihr seid mir egal. Ich mag das dramatisieren, die Art und Wiese, wie ich Euch vorwerfe, keinen Funken Herz mehr zu haben, obwohl Ihr von Liebe sprecht, im kleinen begrenzten Raum einer Beziehung, zumindest am Anfang, aber sobald es sich ein wenig außerhalb davon bewegt, null Herz zu sehen ist.

Ich mag manchmal eine spitze Zunge haben, und doch gereicht sie nicht annähernd an Eure herzlosen, gewalttätigen Fähigkeiten heran.

So, ich war also zurück auf der Erde. Und das hieß für mich ein Planet. Hatte ich denn schon genug Wissen über diesen Planeten?

Schulisches Wissen, soweit ich nichts davon vergessen hatte, durch Bücher und andere Medien Dazugelerntes, war das alles, was man über diesen Planeten wissen konnte?

War diese Energie, von der ich zuvor immer wieder gesprochen habe, die so verstärkt auf dem Kristall zu spüren war, auf der Erde überall, und in gleicher Konzentration, oder gab es Orte, an denen sie sich konzentrierte? Natürlich gab es Orte, an denen man sich ganz besonders wohlfühlte, und ich habe auch schon Orte erlebt, von denen ein regelrechtes Unwohlsein hervorging, ja sogar direkt vor meiner Haustür, in dem Wald, in dem ich immer aufgetankt habe. Ob da ein Zusammenhang besteht, dass sich dort, wo die Energie sich konzentriert auch in deren Nachbarschaft die negative Energie häuft? So wie schon Carlos Castaneda in seinen Büchern von Plätzen sprach, an denen man sich seelenruhig niederlassen kann, und im Gegenzug direkt daneben Flächen, die eine Unruhe erwirken, und man sie schleunigst verlassen sollte. Ich komme auch auf den Gedanken, ob eine Gruppe Menschen, eine große Menge, die meist negativ sind, solche Energie ausstrahlen, dass sogar eine ganze Stadt negativ wirkt? Bestimmt geht das auch umgekehrt, dass eine Stadt ein wahres Wohlgefühl produzieren kann, vielleicht sogar ganze Landstriche, gebiete oder Länder? Es geht sogar noch mehr, wenn sogenannte „spirituelle Spinner“ behaupten, einen ganzen, umgekippten See durch ihre positiven Gedanken wieder gesund machen können.

Wisst Ihr eigentlich, was da für ein Potential dahintersteckt, und doch so einfach zu handhaben ist?

Ich kann Euch nicht die Gründe dazu erläutern, wieso wir diese Kraft und Energie nicht nutzen. In so vielen Büchern wird sie beschrieben, Carlos Castaneda erwähnte ich bereits, James Redfield mit seinen Prophezeiungen, The Secret von Rhonda Byrne, ja sogar die Bibel, wo geschrieben steht, Liebe Deinen Feind, in allen Religionen, aber auch bei den Naturvölkern, wo man sich bei der Natur, der Erde bedankt, überall, wo das Herz hervorgehoben wird, erfüllt einen diese Energie. Und so, wie dort beschrieben steht, ist jedes Öffnen des Herzens ein Öffnen im ganzen System, das wiederum ein weiteres Öffnen hervorbringt.

Könnt Ihr erahnen, was das für uns bedeutet?

Utopie in greifbarer Nähe, so einfach, und so umwälzend, nein, viel mehr, jede, wirklich jede Errungenschaft der Menschen ist nichts wert, im Vergleich zu dieser.

Hexen, die verbrannt wurden, „Ketzer“, das waren meiner Meinung nach Menschen, die es gespürt haben. Altes Wissen wurde ausgelöscht, unterdrückt und vernichtet, altes Wissen über die Einfachheit des Herzens und seine Folgen. Folgen im positiven Sinne, für alle, im Negativen für diejenigen, die Angst um ihre Macht hatten.

Wann hat es in unserer Geschichte begonnen, dass man gegen das Herz eingeschritten ist? War das schon in der Steinzeit so? Ist aus dem Urinstinkt, zu überleben, eine Angst geworden, schwächer als andere zu sein?

Noch etwas wurde mir gerade bewusst. Solche Worte, solche Gedanken, aber grundsätzlich das Herz, es wird schwer sein, die Menschen damit zu erreichen. Viele wollen es nicht hören, nicht annehmen.

Ihr, die Ihr Euch traut, sich über das Ausgelachtwerden hinwegzusetzen, Ihr müsst denen beweisen, aufzeigen, dass es auch anders geht, nein, überhaupt nur so!

Ich lande immer wieder beim gleichen Dilemma. Die Menschen wissen, wie es geht, und machen es trotzdem nicht. So wie sie aus den Fehlern der Vergangenheit, der Geschichte nicht lernen, so wie sie sich an alte Gewohnheiten, Krankheiten, Ängste festklammern, so wissen sie, dass man sich am Feuer verbrennt, und spielen doch mit ihm.

Der Reiz, die Gefahr, aber auch das Fehlen dieser, und die Urinstinkte, die durch die Zivilisation immer mehr unterbunden, unnötig gemacht worden sind, sind mit ein Grund, Gewalt, jeglicher Art und Weise zu entwickeln. Diese Urinstinkte, die nötig waren, um zu überleben, degenerieren, oder wuchern in gewalttätigen Verhaltensweisen aus. Man könnte dies gar als das schwerwiegendste Krebsgespür bezeichnen. Ich versuche hier, für mich zu klären, wie das so entstehen konnte, und welche Ausmaße es angenommen hat.

Also sind es nicht nur die Ängste, Schwäche zu zeigen, sondern ein verkümmertes Überlebenspotential, das unnötig geworden, irgendwie auf andere Weise ausgelebt werden will, muss?

Sportliche Wettkämpfe, sogenannte Fitnessstudios, Kampfsport, aber auch Leistungsdruck in Schule und Beruf, das sind wohl noch einige der harmlosen Abarten.

Arbeitslosigkeit, aber auch Alkohol und Drogen, sowie die Gewaltverherrlichungen überall in der sogenannten Freizeit und Spieleindustrie, das berüchtigte soziale Umfeld und deren Ursachen, fördern die andere Seite des krebsartigen Geschwürs.

Überlegt einmal, was in unserer Gesellschaft größer wird, wie zum Beispiel die Anzahl der Ärzte und Psychologen und deren Patienten, überlegt, welche Hintergründe das hat, die Ursachen sind an ihren Symptomen erkennbar. Beobachtet die Symptome, und Ihr könnt daraus die Ursachen folgern. So wie Ärzte häufig, auch von den Krankenkassen unterstützt, nur die Symptome behandeln, ob Schmerz, der überall ausstrahlt, die eigentliche Quelle aber nicht lokalisiert wird, und wie sich die meisten dagegen wehren, das Alles ganzheitlich zu sehen, so kann man dies auch auf alle anderen Bereiche des Lebens projizieren.

Gewalt versucht man durch höhere Strafen einzudämmen und komischer Weise wird sie nicht weniger.

Es rattert, und rattert, es arbeitet und ich kann gar nicht so schnell schreiben, wie es da so ausbricht, nach Draußen drängt. Wenn ich doch nur begreiflich machen könnte, wie einfach es ist, dass sich alle wohlfühlen.

Eine Frage geistert schon länge in den Gehirnwindungen umher. Muss dazu erwähnen, dass ich mich selbst auch ständig beobachte, kritisch bin, was diese Gedanken betrifft, und ob ich auch immer mit dem Herzen lebe. Und da ist sie schon die Frage, und ich kann sie natürlich nicht mit einem „Ja“ beantworten.

Was das bedeutet? Ich rede darüber, wie leicht es ist, mit dem Herzen zu leben, diese Energie zu verbreiten, aber es gibt genauso Situationen, wo ich es vergesse, wo ich mich über andere aufrege, wo ich negativ bin. Ich könnte gut die Ausrede anbringen, es ist halt die jahrelange Gewohnheit, aufgrund eigener negativer Erfahrungen genauso negativ zu denken, mich darin zu verlieren. Ausrede, ja, mit Sicherheit, denn ich kann Euch sagen, überwindet man diese Schwäche, so kommt um ein Vielfaches das Herz zurück, nicht immer von andern Menschen, auch von der Natur, von Kleinigkeiten, und besonders von einem Selbst. Es ist fast so, als ob sich die eigene Seele dafür bedankt, der eigene Körper freier atmet, sogar Schmerzen schwinden. Ich weiß nicht, was das für mich bedeutet, was dahinter steckt, dass ich mir so viele Gedanken mache, aber es hat einen unheimlichen Drang nach draußen. Ihr könntet mir ja egal sein, und ich nur in der alltäglichen Kommunikation mit Mitmenschen das Herz öffnen. Das allein würde doch schon genügen, zeigt es mir doch immer wieder, wie wirklich aus allen Schichten und Altersgruppen die Menschen danke sagen können, manchmal ungläubig und zweifelnd reagieren, aber doch wie recht ich damit habe, durch das Öffnen des Herzens diese Energie fließen zu lassen. Manche sind anfälliger, offener und können es spüren, manche verstehen es nicht, auch wenn sie etwas spüren, andere, aber eher wenige, sehen darin Schwäche, und man kann es ihren Gesten, ihrer Mimik ansehen, aber auch an ihren Worten erkennen, wie sie sich darüber lustig machen. Nichts verstehend, aber doch auch irgendetwas spürend, halten sie mich für einen Spinner, oder versuchen gar mit irgendeiner Handlung ihre „Stärke“ hervorzuheben. Auch wenn ich ihnen dann sage, sie müssen noch viel lernen, beharren sie auf ihrer vermeintlichen Macht und kapieren nichts.

Es sind meist nicht, die weniger Intelligenten, und wer weiß, welche Gründe und Erfahrungen sie haben, immerzu zu misstrauen, und stark sein zu wollen.

Manchmal, da wünsche ich mir, dass ich Ruhe im Gehirn finde, aber es dauert meist nicht lange, dass ich wieder Dinge beobachte, die mich in den alten Trott bringen. Der Trott, wie treffend, hat doch nahezu jeder so einen Trott, der sich festzuhalten lohnt, wohl, weil nichts anders da ist. Denken sie, weil sie das Herz nicht mehr sehen.

Wo, und wann passiert es im Leben eines Menschen, vom Beginn seiner Geburt ausgehend, dass er das Herz leugnet?

Beginnt es dort, wo das Konsumdenken bereits in der Kindheit hervortritt? Beginnt es dort, wo Ehen zu Bruche gehen, dort wo Arbeitslosigkeit, oder Alkohol und Drogenmissbrauch das Leben bestimmen? Ich weiß es nicht, aber ich glaube es beginnt schon vor der Pubertät, nicht bei jedem Kind, aber die Einflüsse von außen, Medien, Werbung, aber auch das, was die Kinder in der Gemeinschaft (Kindergarten, Schule) zu sehen bekommen prägt sie.

Eines kommt aber noch hinzu, etwas, das nicht unbeachtet sein darf, das, was uns von Geburt an mitgegeben wurde, das, was nicht durch äußere Einflüsse verändert wird. Sagt man, es seien die Gene, so ist das meiner Meinung nach nur eine materielle, biologische Erklärung. Ich glaube aber an Kräfte, die mehr sind, als durch Naturwissenschaft und Medizin erklärbar. Intuition, das Gespür, aber auch nonverbale Kommunikation, die Körpersprache, all das zählt dazu. Wieso soll es da nicht ein Potential geben, angeboren, das die Hemmschwelle zur Gewalt niedriger hält, als bei den Anderen?

Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass gerade bei denen, wo „Starksein“ im Vordergrund steht, die „Schwäche“ deutlich wird, und sie eine niedrigere Hemmschwelle zur Gewalt haben. Hier werde ich wohl einige Gegner dieser Meinung finden.

Es ist jetzt aber ganz schön psychologisch geworden, oder philosophisch? Ist nicht Philosophie der Versuch, vielleicht der ewige Versuch, die Menschen und ihr Verhalten zu erklären? Ich mag hier zumindest sehr laienhaft diese Erklärungsversuche an den Tag legen, Kritiker sollten auf alle Fälle all das analysieren, und wissenschaftlich auseinander pflücken, Psychologen können all mein Leben daraus lesen, aber trotzdem können sie nicht das Herz sehen.

Mit dem Herz sehen bedeutet nicht die Äußerlichkeiten zu sehen, auch psychische nicht, sondern bedeutet fühlen, spüren und vertrauen.

Die reichsten Menschen sind nicht annähernd so reich, wie jemand, dessen Herz so offen ist, dass die ganze Energie des Universums durchfließen, durchströmen kann, wenn sie nicht ihr Herz öffnen. Da schwebt wieder eine Aussage der Bibel herein, heißt es nicht, Jesus habe ein Königreich, ist ein König? Nicht von einem materiellen Reich, sondern weil er das Herz offen hat. Nein, nein, ich versuche hier nicht irgend einen Glauben zu predigen, keine Religion, versteht mich nicht falsch, es sind Bilder, die ich dazu benutze, Euch zu sagen, wie erfüllend es sein kann.

Und ich bin keinesfalls jemand, der das beherrscht. Würde ich darüber schreiben? Wäre ich noch da, oder schon in anderen Sphären? Ich kann es Euch nicht sagen. Es mag vielleicht so aussehen, als ob ich mir etwas einzureden versuche, und es ist tatsächlich so, dass man sich dieser Energie ständig bewusst sein muss, solange, bis sie zur Gewohnheit, zum Alltäglichen wird. Einreden ist es somit nicht ganz, nur die stetige Arbeit daran, es zu leben, egal, was auf einen zu kommt. Es ist nicht nur ein Erlernen, damit jeden Augenblick zu leben, sondern auch eine Art Krafttraining, widrige Situationen gelassener, aber auch hoffnungsvoller, positiver, vielleicht auch verständnisvoller zu meistern.

Ich glaube die Arbeit vieler Ärzte, Psychologen und Psychiater würde weniger werden, wenn das Herz, und das damit bedingte Durchströmen mit dieser Energie mehr beachtet werden würde. Da würden wohl zuerst die vorhandenen Schäden und Krankheiten geheilt, und später dann vorbeugend verhindert werden, wenn alle mehr Herzlichkeit hätten.

Stellt Euch vor, ich war gerade in den Tiefen der Ozeane unterwegs, und habe den tiefsten Graben durchforstet. Ein „Hallo“.

Die Freude war vielleicht groß, ich hatte Besuch vom blauen Geist. Er wusste natürlich alles, stellte auch nicht die Höflichkeitsfrage, wie es mir denn ginge. Wir unterhielten uns tagelang, wobei ich mehr Fragen stellte, Fragen zum Verhalten der Menschen, zu eigenen Belangen, und natürlich bekam ich nicht die Antworten, die ich wünschte. Wie schon im gelgefüllten Universum musste ich sie mir selbst beantworten. Es gab für die Menschen nur einen Weg, den des Herzens, und für mich die Geduld und das Vertrauen. Immer wieder sprang der Geist, Kapriolen drehend, durch den Ozean und war dann lachend und fröhlich außer Sichtweite verschwunden, und überließ mich meiner Gedanken. Einmal war er einige Stunden nicht zu sehen. Immer wieder, wenn er auftauchte, kam unbemerkt ein Gefühl ein Vertrauen in mir auf, noch bevor ich ihn sah, und erst dann wurde mir klar bewusst, was das für ein Gefühl war, das in mir aufstieg.

Ich möchte nicht erzählen, welche Lebewesen in den tiefsten Orten der Erde hausten, sich den enormen Druck entgegenstellten, aber es gab auch in 11 km Tiefe Leben. Da man hier dem Erdkern am nächsten war, herrschte hier unten eine große Hitze. Hitze und dieser massive Druck, da kann man noch so gut gepanzert sein, nichts würde dem standhalten. So waren diese Lebewesen hier unten überhaupt nicht gepanzert, noch hatten sie eine feste Struktur. Sie waren mehr wolkenartige Gebilde, die dahinschwebten, und über ihre nebeligen Verwebungen Mineralien und aufsteigende Gase aufnahmen.

Wie Ihr Euch sicher denken könnt, oder erwarten werdet, war der blaue Geist nicht ohne Grund hier. Ich habe mich riesig gefreut, als er aufgetaucht ist, aber ich hatte auch so eine Ahnung. Ich spürte es immer stärker, es kam etwas näher. So wie ich den blauen Geist zunächst nur unbewusst gespürt hatte, wenn er näher kam, so war dieses Gefühl, diese Ahnung jetzt bewusst da, und um ein Vielfaches stärker. Der blaue Geist schwamm ihm entgegen und war bald erneut außer Sichtweite.

Als er dann wieder auftauchte, war es für mich kaum noch zu ertragen. Ich fühlte mich plötzlich so klein, so unbedeutend, und da tauchte es hinter dem Geist auf. Manche mögen in Dokumentarsendungen schon Unterwasser-Heißwasserquellen gesehen haben. Man sieht nur Wasser, aber das flimmerte vor Hitze, sprudelte aus dem Boden und mischte sich mit dem kalten Wasser. Was da auf mich zukam, war genauso, nur so riesig, es tauchte aus der Erde auf, durchdrang die Felswände des Tiefseegrabens, das Wasser, das Raumschiff, den Geist, mich.

Ich fiel in Ohnmacht, und als ich wieder zu mir kam, war nur noch eine vage Erinnerung da, dass irgendetwas aufgetaucht sei. Benommen suchte ich nach dem Geist, und rief nach ihm: „Wo bist Du?“ Die Antwort kam schneller als erwartet: „Hier, geht es Dir wieder gut?“ „Ja“, noch etwas zitternd, und „Was war den los?“ gab ich zurück.

„Die Erde hat uns besucht“, klang es sehr erfreut, für einen Geist.

„Die Erde?“ „Wir sind doch auf der Erde!“

„Du kannst sie Geist, Seele, Spirit, oder sonst wie nennen“ „Sie ist einfach ganz persönlich vorbeigekommen.“

„Aha“ sagte ich nur, zum Einen, weil mir nichts Anderes einfiel, zum Anderen, weil mir der Geist auch einmal diese Antwort gab. Er lachte, beides verstehend. War ich immer noch so benommen? Ich hatte nicht das Gefühl, es hätte nachgelassen. Stellt Euch vor, es gibt so etwas wie Gott, oder ein Wesen, dass dem entspricht, was wir Menschen Gott, Allah, Manitu, Zeus, Buddha nennen. Und stellt Euch weiter vor, er käme zu Euch zu Besuch. Ihr würdet seine ganze Kraft und Energie spüren, so überwältigend, dass es kaum möglich wäre, dem standzuhalten. So ungefähr war es, als plötzlich eine andere Stimme, die irgendwie weiblicher klang sagte: „Hallooohh..“

Ich schloss meine Augen, und sagte nichts. Tief einatmend habe ich, immer noch mit geschlossenen Augen, in Gedanken geantwortet.

Es war kein „Hallo“, es war ein „Danke“.

Sicher ist jedem das schon passiert, in einer Situation, wo man für etwas dringend gebetet hat, und es ist dann erleichternd so eingetroffen, wie man sich es erwünscht hat, man hat sich dann voller Gefühl dafür gedanklich bedankt. Erleichtert, und mit Tränen in den Augen.

So in etwa war das jetzt für mich.

Ich habe die Augen immer noch zu, möchte nicht reden, möchte ewig in diesem Zustand verharren. Ich meine wirklich ewig!

Bscht…, bitte gaanz leise sein.

Kann man so eine Ruhe, eine Ruhe in sich, kann man dieses überwältigende Gefühl mit dem Klavier spielen?

Überwältigend? Nie wieder sprechen wollend, alles nur noch mit dem Klavier ausdrücken. Dieser Gedanke schoss mir in den Kopf, immer noch die Augen geschlossen. Ja es war so mächtig, dass ich wirklich nahe dran war, für immer stumm zu bleiben. Und mir wurde bewusst, die Kraft dieser Ausdrucksmöglichkeit,

ohne Worte, und doch so viel sagend.

Das Ego ist für die Seele da, nicht für das eigene Bewusstsein, das körperliche Ich.

Das Herz ist ein Instrument für das körperliche Ich, das seelische Herz ist ein Sprachrohr, mit dem man, wenn man mit ihm kommuniziert, alles erreichen kann, was gut für die Seele ist.

Wir sind zwiegespalten, unser ganzes Leben lang. Wir müssen nur lernen, beides zu verknüpfen, und dazu gehört eigentlich nur, auf sein inneres Herz zu hören. Leider muss man dann aber das körperliche, bewusste Ego fallen lassen, dazu gehört viel Mut, besonders aber viel Vertrauen. Wir wollen steuern, was mit uns geschieht, und könnten es wunderbar, wenn wir unser Herz steuern ließen. Das Bewusstsein, das Gehirn wehrt sich dagegen, hat das Gefühl dann unwichtig zu werden. Sie funken immer wieder dazwischen, zeigen uns Einbildungen, Wünsche, aber auch Missgunst, eigene Schwächen, und reden uns ein, dass, das die Realität ist.

Wenn alle Menschen den Schalter umlegen würden, und endlich das seelische Herz, die Intuition akzeptieren würden, wie glaubt Ihr, würde die Welt dann sein?

Ich glaube viele Menschen würden das gar nicht wollen, dieses Paradies. Der Spruch, den auch ich schon von mir gegeben habe, jetzt, in diesem Leben leben zu wollen, Spaß und Freude haben zu wollen bezieht sich nur auf diese Realität, die wenig mit der Seele zu tun hat.

Beobachtet Euch mal, jede Sekunde, was Ihr denkt, was Ihr sagt, und versucht das mal zu korrigieren, nicht zu sagen, ich habe Stress, ich schaffe es nicht, nicht zu sagen, dieser oder jener Mensch geht mir auf den Wecker, beobachtet das einmal, und es wird sich in der nächsten Minute ändern. Glaubt es, und wenn nicht, probiert es aus. Mir geht es schlecht, mir tut das, oder das weh, es muss halt gehen, solches und noch viel mehr hört man jeden Tag, überall, und genau das trifft ja dann auch ein, lässt das Herz, das Positive gar nicht an sich heran. Besonders einfach ist es dann zu sagen, weil die Anderen so gemein sind, weil das Schicksal es so will, geht es mir nicht gut. So wie Ihr die Politik zulässt, über die Ihr Euch beschwert, oder Quälerei und Gewalt zulässt, hinnimmt, so schaut Ihr Euch begeistert an, welche schlimmen Dinge in der Welt vor sich gehen, diskutiert heiß, was Euch gegen den Strich geht, und sagt einfach, was kann ein kleiner Mann, wie ich schon dagegen tun. Es gibt keine großen oder kleinen Menschen (seelisch gesehen), und hinnehmen ist einfacher, als aufzustehen und Nein zu sagen, und sich abfinden mit Situationen, die kein Wohlgefühl erzeugen.

Wie schön wäre es, solche Zeilen von Politikern vorgelesen zu bekommen, von Vorgesetzten, von Polizisten, von Wirtschaftsbossen, von Partnern, Direktoren und Menschen, die Macht als Stärke bezeichnen, und dadurch ihre Schwäche hervorheben.

Wenn Ihr so etwas liest, oder Ähnliches, geht doch mal hin, und bittet jemanden es vorzulesen. Ihr werdet nicht viele antreffen, die den Mut haben, und wirklich Stärke zeigen.

Stopp!! Bitte hier nicht weiterlesen.

Es folgt jetzt eine Übung, die man nur machen sollte, wenn man möchte, dass es einem gut geht. Also, nur dann!

Schließt Eure Augen und atmet einmal tief ein, und langsam wieder aus.

Ich sehe schon, das Gehirn ist schwer am Arbeiten, so als ob es alles auf einmal denken muss.

Also wiederholen wir das Atmen.

Aber wirklich!? Ihr macht ja gar nicht richtig mit! Schaut doch nur Eure zweifelnden Gesten, Eure ungläubige Gesichtsmimik an, es hört ja gar nicht auf zu arbeiten. Stress, Probleme, Schmerz, alles woran Ihr Euch so vehement festklammert.

Also wirklich!? Nur einen kleinen Moment loslassen. Ihr dürft sofort wieder Euren alten Trott weitergehen.

Nun? Spürt Ihr es? Es ist so wie ein Streicheln Eurer Seele. Los! Wer kann es spüren?

Was? So wenig? Ihr könnt es ins Verhältnis mit allen Menschen setzen und wisst nun, wie es um Euch bestellt ist. Ihr bräuchtet nur wenig machen, um dieses Verhältnis zu verbessern. Träumt, seid phantasievoll darin, und denkt in Zeiten, wo es Euch nicht gut geht an diese Träume. Fühlt Euch darin wohl, lasst Freude aufkommen, und glaubt daran, zumindest für die Zeit des Träumens. Und dann nimmt dieses Wohlgefühl einfach in Eure vermeintliche Realität, auch wenn es nur bedeutet, sich über die Fähigkeit zu freuen, so schön geträumt zu haben. Es tut gut, und es ändert sich Vieles, auch in dieser Realität.

Gerade habe ich zwei Kinder mit ihren Müttern gesehen, beide hatten ein Lächeln im Gesicht, freuten sich ihres Lebens. Ich wollte schon sagen, sie hätten noch diese kindliche Naivität, aber da dachte ich darüber nach, es ist keine Naivität, es ist das Herz, das da spricht, sich zeigt. Misstrauen, das sogenannte Erwachsensein, Realismus, mit beiden Beinen im Leben stehen, sich der Gesellschaft anpassen, sich eingliedern, das sind für mich Naivitäten, weil man sie der Allgemeinheit verkauft, nur unter der Bedingung, sein Herz dafür herzugeben. Euch mögen diese Worte, zum Einen nicht schmecken, zum Anderen Schwäche bedeuten, und die Unfähigkeit sich in die Gemeinschaft, Gesellschaft einzugliedern.

Das Argument zählt nicht im Geringsten, wenn es heißt, die große Menge an Menschen müsse sich den Regeln und Gesetzen der Gruppe unterwerfen, sonst gäbe es nur Chaos. Ist es aber nicht chaotisch, wenn Menschen Waffen haben, um „sich zu verteidigen“, wenn sie sich einzäunen, wenn sie Dinge lernen müssen, für die sie nicht die inneren Fähigkeiten mitbringen, wenn sie in den Medien nur die schlechten Dinge zu sehen bekommen, wenn der Besitztum von Waren mit Hochgefühl und Glücklichsein gleichgesetzt wird?

Ich werde Euch Gedanken aufzeigen, die mehr Wert sind als der Besitz eines Handys, als ein Vollrausch, der nichts bringt außer Millionen toter Gehirnzellen , als ein Schweinebraten, oder mehr zu besitzen als der Nachbar.